Die EU kämpft gegen Vitamin-D-Mangel – Mit "Solarium-Brot"?

Mittwoch, 16.04.2014

Falsche Hoffnung für Betroffene: Die Europäische Kommission geht mit angereicherten Lebensmitteln gegen Vitamin-D-Mangel vor, versprach ein Bericht der "SZ".

Brüssel ist auf das Brot gekommen. Denn wenn es um den in Nordeuropa weitverbreiteten Vitamin-D-Mangel geht, will die Europäische Kommission nun den Antrag einer schwedischen Firma durchwinken, mit UV-Licht bestrahltes Brot europaweit auf den Markt zu bringen. Spöttisch war in einem entsprechenden Artikel der "Süddeutschen Zeitung" vom "Solarium-Brot" die Rede.

Vitamin-D-Mangel beim Essen beheben

 

Schon 2012 habe die Firma Viasolde AB den Antrag für das neuartige Lebensmittel eingereicht. Berichte der finnischen und europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden hätten nun bestätigt, dass es sich beim "Solarium-Brot" um ein sicheres Lebensmittel handle. Vielleicht gibt es demnächst also angereicherte Brötchen im Supermarkt zu kaufen? Bei Menschen, die unter Vitamin-D-Mangel leiden, keimte an dieser Stelle womöglich schon Hoffnung auf.

"Es ist ein ideales Vehikel, weil der Brotkonsum im Erwachsenenalter weitgehend konstant bleibt", freute sich auch ein Mediziner namens Florian Barvencik in der "Süddeutschen Zeitung" über den Vorstoß. Er sei am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Vitamin-D2-Experte.

Die Idee der ungewöhnlichen Vitamin-D-Mangel-Initiative des schwedischen Unternehmens: Der Naturstoff Ergosterol entsteht bei der Hefegärung und ist eine Art Vorstufe von Vitamin-D2. Durch die Bestrahlung mit UV-Licht verwandelt sich der Stoff tatsächlich in Vitamin D2.

Brot oder Weißbier?

Das Unternehmen mit der Idee zum "Solarium-Brot" hat auf Basis des durchschnittlichen, täglichen Brotkonsums pro Kopf und Tag errechnet, dass eine Person durch bestrahltes Brot weniger als fünf Mikrogramm täglich verzehren würde. Das entspricht etwa einem Viertel des empfohlenen Tagesbedarfes. Der würde auch erreicht, wenn man drei Kilo Leber, 25 Eier oder ein bis zwei komplette Heringe essen würde, so der Bericht.

Hört etwas konfus an? So ist es auch. Denn die EU plant nicht wirklich, den Verkauf von "Solarium-Brot" zu erlauben, um dem Vitamin-D-Mangel den Garaus zu machen. Ein Blick auf das Veröffentlichungsdatum des Artikels verrät, dass es sich bei der Idee um eine Zeitungsente handelte. Mit einem Butterbrot gegen den Vitamin-D-Mangel? Das bleibt vorerst ein Hirngespinst.

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