Candesartan gegen Kopfschmerzen – Migräne vorbeugen

Dienstag, 18.02.2014

Migräne-Attacken mit hämmernden Kopfschmerzen sind äußerst belastend. Dank norwegischer Wissenschaftler können Betroffene nun auf ein vorbeugendes Mittel hoffen.

Wie angenehm wäre es, wenn Migräne-Patienten den wiederkehrenden starken Kopfschmerzen vorbeugen könnten? Norwegische Wissenschaftler haben sich genau das zum Ziel gesetzt und dazu das Herzmittel Candesartan unter die Lupe genommen. Es wird normalerweise bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz verschrieben, da es die Blutgefäße entspannt und erweitert. 

Zur Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen ist es in Deutschland aber bisher nicht zugelassen. Doch das wollen die Forscher ändern. In einer Studie testeten sie den Wirkstoff an 72 Migräne-Patienten – und zwar mit Erfolg: Die Kopfschmerz-Attacken konnten teilweise sogar komplett verhindert werden.

Vorbeugen von wiederkehrenden Kopfschmerzen

In ihrer ersten Studie stellten die Wissenschaftler fest, dass Candesartan ähnlich wirksam ist wie der Beta-Blocker Propanolol – ein Herzmittel, das bei Migräne bereits verschrieben werden darf. Nun haben die Norweger in einer zweiten, direkten Vergleichsstudie Candesartan und Propanolol gegenüber gestellt. Dabei konnten sie die gute Wirksamkeit von Candesartan beim Vorbeugen von heftigen Kopfschmerzen erneut belegen. Nahmen die Patienten in der aktuellen Studie Candesartan oder Propanolol, reduzierten sich die Kopfschmerzen und die durch Migräne bedingten Fehltage bei der Arbeit deutlich. Beide Medikamente wirkten besser als ein Placebo.

Aufgrund der guten Wirksamkeit von Candesartan wollen sich die Experten nun dafür einsetzen, dass auch dieses Herzmittel zur Migränebehandlung zugelassen wird. Denn wie Andreas Straube von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft betont, hat es entscheidende Vorteile für bestimmte Patientengruppen: "Candesartan ist für Patienten wie Asthmatiker, die keine Beta-Blocker vertragen, eine wichtige Alternative."

Weitere Forschung an Nebenwirkungen nötig?

In der aktuellen Studie stießen die Wissenschaftler beim Vergleich der beiden Mittel auf unterschiedliche Nebenwirkungen. Gliederschmerzen waren bei Propanolol doppelt so häufig wie bei Candesartan. Dieses wiederum rief doppelt so häufig Schwindel und Missempfindungen hervor – wie ein Kribbeln oder Jucken am Körper. Daher wäre es gut, die Wahl zu haben, meint Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: "Beide Wirkstoffe haben unterschiedliche Angriffspunkte und unterschiedliche Nebenwirkungsprofile. Wer das eine Medikament nicht verträgt, profitiert womöglich von dem anderen." Doch wahrscheinlich sind noch weitere Studien zu Candesartan und dessen Nebenwirkungen nötig, bis der Wirkstoff in Deutschland auch zur Bekämpfung von Migräne-Kopfschmerzen zugelassen werden kann.

Klagen Sie häufiger über Kopfschmerzen? Diese sind oft Zeichen von Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine oder Mineralstoffe.

Mangelerscheinungen treten dann auf, wenn zu wenig Nährstoffe und Vitamine im Körper vorhanden sind.

 

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