Antikörper gegen Migräne – Hoffnung für Patienten

Donnerstag, 08.05.2014

Der vielleicht größte Wunsch von Migräne-Patienten ist der, den heftigen Kopfschmerzattacken vorbeugen zu können. Zwei Antikörper machen nun Hoffnung auf ein wirksames Medikament.

Aktuell verfügbare Mittel gegen Migräne helfen erst dann, wenn die starken Kopfschmerzen bereits eingesetzt haben. Verhindern lassen sich die Attacken damit nicht. Bislang können Patienten lediglich sogenannte Trigger-Faktoren vermeiden, die in Verdacht stehen, Migräne auszulösen.

Vielversprechende Tests mit Antikörpern

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Wie das Wissensmagazin "scienexx.de" berichtet, haben US-Forscher nun erste Tests mit zwei verschiedenen Antikörpern gemacht, die irgendwann in vorbeugenden Medikamenten gegen Migräne zum Einsatz kommen könnten. Von ihren Forschungserkenntnissen berichteten sie auf der Neurologen-Tagung "American Academy of Neurology's 66th Annual Meeting".

Forschungsansatz der Wissenschaftler um David Dodick von der Mayo Clinic Arizona in Phoenix war ein Eiweißmolekül, von dem die Medizin bereits seit einiger Zeit ausgeht, dass es eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt. Dodick und seine Kollegen suchten daher nach einem Weg, dieses Molekül zu blockieren – und sie wurden fündig. Zwei Antikörper sorgten in ersten Studien für vielversprechende Ergebnisse.



Migräne-Attacken gehen deutlich zurück

Der erste Antikörper mit der Bezeichnung ALD403 sorgte bei Patienten, die durchschnittlich zwischen 5 und 14 Tagen an den heftigen Kopfschmerzen litten, für einen Rückgang um 66 Prozent, das heißt: Im Durchschnitt litten die Probanden 5,6 Tage weniger an Migräne. In der Kontrollgruppe mit Placebo war ein Rückgang um 52 Prozent zu verzeichnen.

Beim zweiten Antikörper (LY2951742) verzeichneten die Forscher ein ähnlich positives Ergebnis. Die Attacken ließen um 63 Prozent nach. Im Vergleich zum Placebo – hier betrug der Rückgang 42 Prozent – gab es einen deutlicheren Unterschied als beim ersten Antikörper. Die Nebenwirkungen waren in beiden Fällen überschaubar.

"Diese Ergebnisse könnten eine neue Ära in der vorbeugenden Therapie der Migräne einläuten", zitiert "scienexx.de" Peter Goadsby. Der Wissenschaftler von der University of California in San Francisco ist Co-Autor der Studie. In Deutschland leidet etwa jeder Zehnte an Migräne. Je nach Schwere der Attacken werden Betroffene mehrere Stunden oder sogar Tage außer Gefecht gesetzt. Ein vorbeugendes Medikament würde für sie ein deutliches Plus an Lebensqualität bedeuten. Bis dieses unter Umständen zur Marktreife kommt, bedarf es jedoch noch einiger Test mit einer größeren Zahl an Probanden.

Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen und genauso viele Ursachen dafür. Ein Arztbesuch kann Klarheit verschaffen.

Übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig Schlaf, Hormonstörungen und viel mehr können der Auslöser von Kopfschmerzen sein.

 

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http://www.fem.com/gesundheit/news/antikoerper-gegen-migraene-hoffnung-fuer-patienten
08.05.2014 10:23
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