Volksleiden Burnout – Gefährliche Trend-Krankheit

Mittwoch, 03.10.2012

Das Burnout-Syndrom zählt zu den bekanntesten psychischen Erkrankungen - jeder neunte Deutsche leidet unter den typischen Symptomen wie Schlafstörungen, Ängsten, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

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Auf rund 20 Milliarden Euro werden die Folgekosten des Burnout-Syndroms in der EU geschätzt. Eine Zahl, die erahnen lässt, wie weit verbreitet dieser Zustand der emotionalen Erschöpfung eigentlich ist. Psychologe Dr. Tobias Haupt von psycheplus.de rät, schon frühzeitig auf entsprechende Signale und die eigenen Bedürfnisse zu achten, um den gravierenden Auswirkungen dieses extremen Erschöpfungszustandes vorzubeugen.

Wertschätzung hilft, gesund zu bleiben

Nicht jede Art von Stress führt dabei zwangsläufig zum Burnout, betont der Experte: "Wer viel leistet und dafür die entsprechende Anerkennung erhält, gefühlt oder in barer Münze, kann durchaus überdurchschnittlich produktiv arbeiten und dabei trotzdem gesund bleiben." Gefährlich aber wird es, wenn hohe berufliche Leistungen nicht mit entsprechender Wertschätzung verbunden sind. Je nach persönlicher Belastungsgrenze macht der Körper das unterschiedlich lange mit.

Anhaltender Stress führt oft zum Zusammenbruch
Ändert sich die stressbeladene Situation nicht, kommt es zu einer Art physischem und psychischem Zusammenbruch. Betroffene sind ab diesem Zeitpunkt machtlos und haben kaum mehr Möglichkeiten zu handeln. "Dabei trifft es in der Mehrzahl die Fleißigen und Motivierten, die sich gut im Griff haben und ihre eigenen Interessen häufig zurückstellen", so Dr. Haupt. "Vor allem diese Menschen ignorieren die Warnsignale von Körper und Seele konsequent und bringen sich dadurch in Gefahr."
Frühzeitig auf den eigenen Körper achten
Das "Ausbrennen" entwickelt sich schleichend. Das erschwert Betroffenen die Früherkennung. Kommt es erst zu massiven gesundheitlichen Folgen wie Depressionen, ein Hörsturz oder ein Herzinfarkt, ist eine Auszeit vom anstrengenden Alltag unumgänglich. Eine Psychotherapie hilft den Betroffenen dann, ihr Leben neu zu strukturieren und andere Prioritäten zu setzen – ein schwieriger und komplexer Prozess.

Dabei könnte gezielte Vorsorge oft das Schlimmste verhindern, so die Erfahrung des Experten. Er rät Burnout-gefährdeten Personen,  besser auf sich zu achten und Signale früher ernst zu nehmen. "Denn dem Burnout-Syndrom geht häufig ein Gefühl des 'nur noch Funktionierens' voraus, als wäre man eine Maschine. Zudem finden Betroffene keine Entspannung mehr. Spätestens jetzt muss gehandelt werden." Die beste Unterstützung bieten qualifizierte Psychotherapeuten. Auch das Internet ist eine gute Anlaufstelle, um sich parallel zu informieren oder anonym zu testen.

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Dem "Ausbrennen" vorbeugen
Wer lernt, seine eigenen Bedürfnisse bewusst und rechtzeitig wahr zu nehmen, hat schon viel gewonnen. "Im nächsten Schritt kommt es dann darauf an, sich und anderen klare Grenzen zu setzen", rät Dr. Haupt von psycheplus.de. Das Nein-Sagen fällt vielen anfangs schwer. Es geht jedoch nicht darum, die Erwartungen anderer zu enttäuschen, sondern diese auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren.

Wird die Überforderung im Job zur Normalität, sollten Betroffene das Problem gezielt mit dem Vorgesetzten ansprechen. Der Experte rät: "Machen Sie Ihrem Chef vor allem sein eigenes Interesse und die Vorteile von gesunden Mitarbeitern klar. Langfristig kann ein Unternehmen nur mit ausgeglichenen Angestellten erfolgreich sein." Ein denkbares Ziel des Gesprächs können eine Reduzierung des Aufgaben, ein besseres Zeitmanagement oder eine andere Position sein.

Eine Kündigung kann auch ein Lösung sein

Zeigt der Chef kein Einsehen, sollten Betroffene auch eine Kündigung in Betracht ziehen. Dr. Haupt: "Ein Jobwechsel macht vielen Angst und bedeutet immer Veränderung. Ein Arbeitsplatz, der auf Dauer krank macht, ist jedoch die deutlich schlechtere Alternative. Aus einem Jobwechsel erwachsen immer neue Chancen – bei Burnout-Kandidaten vor allem die Perspektive auf ein gesünderes, stressfreieres Leben."

Das Burnout-Syndrom zählt zu den bekanntesten psychischen Erkrankungen - jeder neunte Deutsche leidet unter den typischen Symptomen wie Schlafstörungen, Ängsten, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

Ständiger Stress geht irgendwann nach hinten los. Bevor Sie unter einem Burnout leiden, sollten Sie handeln!

 

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Volksleiden Burnout
Gefährliche Trend-Krankheit
Burnout zählt zu den bekanntesten psychischen Erkrankungen - jeder neunte Deutsche leidet unter den typischen Symptomen.
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03.10.2012 09:00
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