Starkes Schwitzen: Was tun gegen peinliche Feuchtgebiete?

Mittwoch, 17.02.2016

Schwitzen ist normal und sogar gesund, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Solltest du jedoch zu der Fraktion gehören, die in der Achterbahn die Arme nur hochreißt, damit das Shirt zur Abwechslung mal trocken wird, könnte es sich um krankhaftes Schwitzen handeln. Warum du stark schwitzt und was du dagegen unternehmen kannst, erfährst du hier.

Schwitzen ist normal und sogar gesund, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Solltest du jedoch zu der Fraktion gehören, die in der Achterbahn die Arme nur hochreißt, damit Der obligatorische Handschlag oder der Besuch bei Freunden, die darum bitten die Schuhe auszuziehen, kann äußerst unangenehm sein, wenn man stark schwitzt. Steht die Schweißabsonderung in keinem Verhältnis zu Temperatur oder körperlicher Belastung, sprechen Mediziner von "Hyperhidrosis". Schweißhände (Hyperhidrosis Palmaris) und Schweißfüße (Hyperhidrosis Plantaris) sind die am häufigsten verbreitete Form des übermäßigen Schwitzens.

Selbstcheck: Ist mein Schwitzen normal?

Wer regelmäßig Sport treibt, gerät schneller ins Schwitzen als untrainierte Menschen, weil der Kreislauf schneller in Fahrt kommt und das körpereigene Kühlsystem anspringt. Wem allerdings schon bei normaler Raumtemperatur am Computer die Maus aus der schweißgebadeten Hand gleitet, ist durch das Transpirieren funktional und sozial eingeschränkt. In diesem Fall sollte man dem Problem auf den Grund gehen.

Diagnose: Warum schwitze ich mehr als andere?

Hinter dem übermäßigen Schwitzen stecken hyperaktive Schweißdrüsen. Bei circa 50 Prozent der Betroffenen ist das Auftreten erblich bedingt. Bei allen anderen kann das verstärkte Schwitzen unterschiedliche Ursachen haben:

Nebenwirkung eines Medikaments
Infekte
hormonelle Schwankungen
Schilddrüsenüberfunktion
saure und scharfe Lebensmittel
Entgiftung, beispielsweise von Nikotin
Stress

Sprich also zunächst mit deinem Arzt über das Problem, um die genau Ursache für die starke Schweißbildung abzuklären.Behandlung:

Welche Methoden gibt es gegen Schwitzen?

Übermäßiges Schwitzen kann unangenehm sein

Liegt dem Schwitzen keine Erkrankung zugrunde, die einer ärztlichen Behandlung bedarf, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Ursache und Stärke der Schweißbildung zu empfehlen sind:

Mildes Schwitzen

Wer leichter ins Schwitzen gerät als andere, zum Beispiel in den Wechseljahren, sich dabei aber nicht dauerhaft eingeschränkt fühlt, kann auf die Kraft der Natur vertrauen. Am besten zwei Wochen lang jeden Tag einen Liter Salbeitee aus frischem Salbei trinken. Einen viertel Liter davon morgens lauwarm, den Rest über den Tag verteilt. Zusätzlich sollte man regelmäßig Sport treiben, um den Schweiß gezielt auszuscheiden. Auch regelmäßige Saunabesuche können dem Körper helfen, die Regulierung der Schweißdrüsen neu zu erlernen.

Hilfe bei Angstschweiß

Wenn hinter übermäßig starkem Schwitzen emotionale Auslöser stecken, kann man zwar auf physischer Ebene die Symptome bekämpfen, löst so aber das Problem nicht dauerhaft. Bei leichten Formen, wie etwa Nervosität vor Prüfungen, kann mentales Training helfen, sich selbst und somit auch die Aktivität der Schweißdrüsen zu beruhigen. Die entspannende Wirkung von autogenem Training und Meditation ist wissenschaftlich belegt, hilft aber nicht bei tieferliegenden psychischen Problemen. Wenn die Prüfungsangst und das damit einhergehende Schwitzen trotz Anwendung mentaler Techniken bleiben, sollte man eine Psychotherapie in Betracht ziehen.

Mittelstarkes bis starkes Schwitzen

Am wirksamsten gegen stärkere Schweißbildung haben sich Produkte erwiesen, die Aluminiumsalze enthalten. Die Salze verengen die Schweißdrüsen vorübergehend und stoppen so – je nach Konzentration - in wenigen Sekunden die Schweißabgabe. Es ist die kosten- und zeitsparendste Möglichkeit, das Schwitzen zuverlässig in den Griff zu bekommen. Verschiedene Hersteller bieten die Salze als Deodorants, Tinkturen, Puder, Handcremes und Lotionen zwischen zehn und zwanzig Euro an.

Doch Vorsicht: Produkte, die Aluminium enthalten, stehen seit einiger Zeit in der Kritik. Bisher steht der wissenschaftliche Beweis zwar noch aus, doch vermuten Forscher, dass Deos mit Aluminium in Zusammenhang mit Brustkrebs und Alzheimer-Erkrankungen stehen könnten. Erfahre hier mehr zum Thema "Aluminium in Deodorants".

Wenn nichts helfen will

Sollten alle Behandlungsversuche gegen das Schwitzen scheitern, gibt es inzwischen operative Methoden, bei denen die Schweißdrüsen abgesaugt oder entfernt werden. Auch mittels einer Laser-Therapie kann das Problem behoben werden. Beides ist jedoch mit hohen Kosten (bis zu 2500 Euro) und gesundheitlichen Risiken verbunden.

Auch speziell gegen Schweißhände und -füße gibt es eine operative Methode, die dem Schwitzen ein Ende bereiten kann. Hier wird laut der Website der Uniklinik Freiburg ein Teil des Sympathikus, der zum vegetativen Nervensystem gehört und für die Schweißbildung verantwortlich ist, blockiert. Die Operation wird wider Erwarten allerdings nicht an der Hand, sondern am Brustkorb vorgenommen. 

Wenn starkes Schwitzen nur im Achselbereich auftritt, wenden einige Ärzte das umstrittene Nervengift Botox an. Das Gift hemmt die Impulsübertragung an den Nervenfasern der Schweißdrüsen, so dass der Schweiß gemäßigter fließt. Das Ergebnis einer Behandlung hält allerdings maximal bis zu einem halben Jahr an und die Kosten hierfür liegen bei rund 700 Euro.

Professionelle Beratung und Kostenübernahme

Solltest du eine Operation gegen dein starkes Schwitzen in Erwägung ziehen, ist ein Gespräch mit einem Hautarzt sinnvoll. Er erklärt dir, welche Methode für dich am geeignetsten ist und welche Risiken und Nebenwirkungen eine solche Operation mit sich bringen kann.

Starkes Schwitzen kann eine unangenehme Sache sein

Da die Kosten für eine OP nicht gerade günstig sind, empfiehlt es sich bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen, dem allerdings nur in einigen Fällen entsprochen wird. Hierzu solltest du dir ein entsprechendes Gutachten von deinem Hautarzt ausstellen lassen, welches bestätigt, dass eine operative Behandlungsmethode die einzig wirksame wäre. 

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