Rückenschmerzen: Ursachen – Bandscheiben aus dem Labor?

Mittwoch, 18.01.2012

Neurochirurg Dr. Munther Sabarini beantwortet Fragen rund um die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenbeschwerden.

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Stundenlanges Sitzen, wenig Sport, hohe Schuhe ... der Alltag Vieler ist ziemlich rückenfeindlich. Kein Wunder, dass 85 Prozent der Bevölkerung regelmäßig von Kreuzschmerzen geplagt werden. Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin kennt die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenbeschwerden.
Gehen Rückenschmerzen eigentlich immer von der Bandscheibe aus?
Nein. Wirbel und Bandscheiben zählen zu den äußerst stabilen Elementen des Körpers und verschleißen oftmals erst mit fortgeschrittenem Alter. Beginnende leichtere Beschwerden deuten eher auf eine verspannte Muskulatur hin, die sich häufig auf zu wenig Bewegung oder Fehlhaltungen zurückführen lässt. Daher empfehle ich körperliche Aktivität wie Walking, Radfahren oder Schwimmen – diese Sportarten kräftigen die Muskulatur und entlasten langfristig auch die Wirbel und Bandscheiben.

Gallerie – Rückenübungen zum Nachturnen!

Wirkt Wärme bei Rückenschmerzen lindernd?
Besonders bei leichteren Schmerzen oder Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich mindert von außen zugeführte Wärme oftmals die Beschwerden und wirkt durchblutungsfördernd. Dadurch entspannt sich die Muskulatur und Verhärtungen lockern sich. Generell empfehle ich neben Wärmepackungen oder -pflastern auch Saunagänge oder ausgiebige Bäder. Bei Entzündungen hingegen sorgen eher Kälteanwendungen für Linderung.

Stimmt es, dass sich Bandscheiben züchten lassen?
Ja. Vor allem bei schwerwiegendem Verschleiß an der Hals- und Lendenwirbelsäule lindert die Bandscheibenzüchtung deutlich die Beschwerden und gibt den Bandscheiben ihre natürliche Elastizität und Funktionalität zurück. Mittels feiner Instrumente entnehmen wir hierbei unter örtlicher Betäubung und Bildwandlerkontrolle einige Zellen aus dem Gewebe. Experten isolieren anschließend gesunde Zellen und vermehren diese im Labor. Bereits wenige Wochen später führen wir die entstandenen Zellen in den Kern der Bandscheibe ein. Kurz darauf kehren Patienten in der Regel schmerzfrei in ihren Alltag zurück.
Sind wir abends kleiner als morgens?
Tatsächlich variiert die Größe eines Menschen zwischen Morgen und Abend um bis zu drei Zentimeter. Dabei liegt die Ursache in unserem Rückgrat: Zwischen den Wirbeln fungieren die Bandscheiben als Stoßdämpfer. Bestehend aus einem knorpeligen Faserring und einem gallertartigen Bandscheibenkern, fangen sie Stöße und Belastungen ab und schützen die Wirbel. Bei jeder Bewegung und selbst wenn wir nur im Sessel sitzen, verlieren die Bandscheiben im Laufe des Tages an Flüssigkeit und flachen ab. Bei 23 Bandscheiben verlieren wir so insgesamt bis zu drei Zentimeter an Größe. In der Nacht regenerieren sie sich aber wieder, indem sie sich mit Nährstoffen und Wasser vollsaugen, wodurch sie ihre ursprüngliche Größe annehmen.

Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de.

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Isch hab' Rücken ... woran das in den meisten Fällen liegt und was man gegen Schmerzen tun kann, erzählt der Berliner Neurochirurg Dr. Munther Sabarini im Interview.

 

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18.01.2012 12:23
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