Neurodermitis – Wenn die Haut zum Feind wird

Montag, 17.09.2012

Nerviger Juckreiz, Rötungen und Schwellungen, schuppende und extrem trockene Haut. Und niemand weiß, wann der nächste Neurodermitisschub kommt.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, gekennzeichnet von starkem Juckreiz und trockener Haut. Dabei entstehen auf der Haut rote, entzündliche, schuppende Ekzeme, die bei einem starken Anfall auch nässen können. Sie treten in Schüben unterschiedlicher Intensität und Dauer auf.  Neurodermitis zeigt sich häufig schon im Säuglings- oder Kleinkindesalter, seltener bricht die Krankheit erst im höheren Alter aus. Bei einigen Menschen verschwindet die Neurodermitis irgendwann gänzlich, während andere ein Leben lang unter den Hautbeschwerden leiden.

Ursachen

Beim Ausbruch der Neurodermitis wirken mehrere Faktoren zusammen, die individuell sehr verschieden sein können und teilweise kaum erforscht sind. Die meisten Betroffenen haben eine ererbte Veranlagung, Umwelteinflüsse und psychische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. So gilt zum Beispiel übertriebene Hygiene als eine Ursache. Das mag paradox klingen, aber der Körper braucht tatsächlich den Kontakt mit Keimen und Schmutz, um ein funktionierendes Abwehrsystem aufbauen zu können. Der stressige westliche Lebensstil scheint sich ebenfalls negativ auf die Krankheitsentwicklung auszuwirken. Daneben können Allergien, bestimmte Nahrungsmittel, das Klima und auch physikalisch-chemische Faktoren (Temperaturen, trockene Luft, falsche Textilien) als Auslöser wirken.

Symptome

Die äußerlichen Symptome der Neurodermitis sind entzündliche Rötung der trockenen Haut, unter Umständen verbunden mit der Entstehung von Schuppen auf den betroffenen Hautstellen. Das belastendste Symptom ist der extreme Juckreiz, der damit einhergeht. Typische Stellen für die Ekzeme sind Ellbogen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht. Der extreme Juckreiz und der natürliche menschliche Reflex, darauf mit Kratzen zu reagieren, kann bei Neurodermitikern zum so genannten Juckreiz-Kratz-Teufelskreis führen: Das Kratzen verletzt die ohnehin schon gereizte Haut und die zuvor noch nicht betroffene Haut ebenfalls.

 

Behandlung

Neurodermitis ist nicht heilbar. Eine konsequente Therapie kann aber die Symptome lindern oder gar ganz verschwinden lassen. Aber auch bei Erscheinungsfreiheit bleibt die Veranlagung bestehen, sodass auch weiterhin besonders auf eine individuell abgestimmte Hautpflege geachtet werden muss. Generell sollen Neurodermitiker die Stoffe, die die Krankheit verschlimmern, meiden und ihre Allergien behandeln lassen. 

Für die Behandlung während der drei Krankheitsstadien sollten immer mindestens vier Präparate vorhanden sein: Für die tägliche Hautpflege eignen sich Cremes, Emulsionen, Lotionen oder Milch mit einer weniger fetten Grundlage. Ist die Haut rissig und sehr trocken, bieten sich Salben mit einer fetten Grundlage an. Bei nässender Haut können feuchte Umschläge mit abgekochtem Wasser, Kochsalzlösung oder schwarzem Tee verwendet werden. Akute Entzündungen mit starkem Juckreiz können mit kortisonhaltigen Präparaten behandelt werden. 

Leben mit Neurodermitis

Neurodermitis kann in vielen Fällen bedeutend erträglicher gemacht werden, wenn das eigene Verhalten angepasst wird. Hier fünf kleine Tipps:

  • Nehmen Sie sich Zeit für die Hautpflege.
  • Benutzen Sie nur Pflegeprodukte, die sich positiv auf die Neurodermitis auswirken.
  • Kurze Fingernägel helfen, tiefe Kratzer zu vermeiden.
  • Entspannungsübungen können hilfreich sein, um den Juckreiz zu lindern oder zumindest die Wahrnehmung des Reizes zu verändern.
  • Ihre Kleidung sollte hautfreundlich und luftdurchlässig sein. 
Neurodermitis Wenn die Haut zum Feind wird

Neurodermitis: Wenn es juckt und ätzt, hilft meist nur eine konsequente Therapie und Anpassung des Lebenswandels.

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