Kieselerde: Risiken des Nahrungsergänzungsmittels

Freitag, 09.10.2015

Kieselerde soll die Fingernägel festigen, die Haut straffen und für vollere Haare sorgen können. Doch es gibt auch immer wieder Stimmen gegen das Nahrungsergänzungsmittel. Was steckt dahinter?

Der Hauptbestandteil des Nahrungsergänzungsmittels Kieselerde ist Silizium. Das Spurenelement ist in beinahe jeder menschlichen Zelle vorhanden und sorgt für ein elastisches Gewebe und gesunde Knochen. Weil Silizium vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann, muss es durch die Nahrung oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufgenommen werden. Die Hersteller von Kieselerde bewerben das Nahrungsergänzungsmittel als wahres Wundermittel.

Experten warnen vor dem Nahrungsergänzungsmittel Kieselerde

Mediziner wie Wolfgang Becker-Brüser hingegen stufen die Präparate sogar als gefährlich ein. "Kieselerde ist ein überflüssiges Produkt. Es wird mit vielen Versprechungen auf den Markt gebracht, die nicht gehalten werden können. Es kann potenziell bei langer Anwendung die Niere schädigen. Insofern gibt es keine Veranlassung, Kieselsäure zu schlucken und dafür auch noch viel Geld auszugeben", behauptet der Arzt, Apotheker und Mitbegründer der pharmakritischen Arznei- und Gesundheitszeitschrift "Gute Pillen – Schlechte Pillen". Auch eine Untersuchung der Nahrungsergänzungsmittel im Auftrag des ARD-Magazins "Plusminus" kam zu einem negativen Ergebnis: Neun von zehn Mitteln enthielten hauptsächlich Cristobalit oder Quarz, also kristalline Formen von Siliziumdioxid. In der Industrie gelten diese Stoffe sogar als Gefahrenstoff, wenn sie als Feinstoffe vorliegen. Werden diese Feinstoffe eingeatmet, sollen sie die Entstehung von Lungentumoren begünstigen können.

Kieselerde: Überdosierung von Silizium vermeiden

 

Befürworter von Kieselerde jedoch halten dagegen: Da das Spurenelement Silizium beinahe in jeder Körperzelle vorhanden ist, kann es ihrer Meinung nach auch nicht schädlich sein. Immerhin vor einer Überdosierung von Kieselerde warnen aber beide Lager. Denn eine zu hohe Dosis des Nahrungsergänzungsmittels kann vor allem bei einer langfristigen Einnahme schädlich für den Körper sein. Harnsteine oder Nierensteine können als Folge auftreten, werden auch auf den Beipackzetteln der Produkte unter den möglichen Nebenwirkungen aufgeführt.

Auch schwangeren Frauen wird davon abgeraten, Kieselerde einzunehmen. Denn bislang ist noch unbekannt, welche Auswirkungen die Nahrungsergänzungsmittel auf das ungeborene Kind haben können. Wer Kieselerde selbst ausprobieren möchte, sollte deshalb unbedingt die Packungsbeilage beachten und im Zweifelsfall den Rat eines Arztes einholen.

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Ist Kieselerde, die uns eigentlich helfen soll, gefährlich?

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09.10.2015 10:04
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