Nahrungsergänzungsmittel: Gesund oder gefährlich?

Freitag, 06.05.2016

Nahrungsergänzungsmittel sollen fit und gesund halten und sogar beim Abnehmen helfen können. Experten halten sie jedoch in den meisten Fällen für überflüssig und teilweise sogar schädlich.

Ob als Pulver, Tabletten oder Dragees – Nahrungsergänzungsmittel gibt es in den verschiedensten Darreichungsformen. Angeblich sollen sie eine Vielzahl an Ernährungsmängeln ausgleichen können. Viele Experten zweifeln den Nutzen der Präparate jedoch an. Und eine falsche Anwendung oder Überdosierung soll sogar gefährlich werden können.

Nahrungsergänzungsmittel: Medikament oder Lebensmittel?

Auch wenn sie in Apotheken erhältlich und wie Medikamente verpackt  sind – das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist explizit darauf hin, dass die Präparate zur Nahrungsergänzung Lebensmittel und keine Arzneimittel sind. Arzneimittel müssen erst ein langwieriges Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie in den Apotheken ausgegeben werden dürfen. Anders verhält sich das bei Nahrungsergänzungsmitteln: Für sie besteht lediglich eine Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Dass die Präparate dabei auch sicher hergestellt werden, überprüfen die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer. 

Gefahren bei Überdosierung und Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln

Und wie steht es um die Wirkung? Vitamine sind doch immer gesund, oder? Experten wissen, dass das ein Trugschluss ist. Tatsächlich entscheidet die Menge über die Wirkung der Vitamine: Denn zu viel des Guten kann deiner Gesundheit sogar schaden. Eine zu hohe Dosis an Vitamin E oder Vitamin A beispielsweise kann zu einer Schädigung der Leber führen. Beachte daher unbedingt die in der Packungsbeilage empfohlene Dosierungsanleitung, wenn du Nahrungsergänzungsmittel nehmen musst!

Vor allem bei der Einnahme mehrerer Präparate kann es außerdem zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Wie "DIE WELT" berichtet, führt Experten zufolge eine sehr hohe Eisenaufnahme zu Problemen bei der Verwertung von Zink. Außerdem können Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Appetitlosigkeit auftreten.

Auch der Lebensstil spielt eine Rolle

Und auch die individuellen Lebensbedingungen haben ihren Anteil daran, dass Nahrungsergänzungsmittel gefährlich werden können. Wie klinische Studien zeigen, kann etwa die tägliche Einnahme von 20 Milligramm Beta-Karotin bei Rauchern nicht nur zu einer Erhöhung des Lungenkrebsrisikos führen, sondern auch deren Sterblichkeitsrate anheben.

Langzeitwirkung: Gesundheitsgefährdende Wirkung der Vitaminpillen

Nahrungsergänzungsmittel - gesund oder gefährlich?

Betrachtet man die Langzeit-Bilanz von Nahrungsergänzungsmitteln, kommen noch weitere Risiken hinzu: Wie etwa die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ergab eine großangelegte Studie unter 40.000 älteren Frauen, dass jene häufiger durch Krebs oder Herzerkrankungen starben, die über zwanzig Jahre hinweg regelmäßig Multivitaminpräparate zu sich genommen hatten. Bei Männern stellten die Ärzte einer anderen Studie außerdem ein um 17 Prozent höheres Risiko für eine Prostatakrebs-Erkrankung fest.

Nahrungsergänzungsmittel meist unnötig

Eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln halten Experten ohnehin für das Gros der Bevölkerung für nicht empfehlenswert. "Die normale Bevölkerung braucht solche Präparate nicht", erklärt Dr. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Wir haben ganzjährig ein großes Angebot an frischem Obst und Gemüse."

Obwohl eine gesunde Ernährung Nahrungsergänzungsmittel also überflüssig mache, werden die Präparate Heseker zufolge vermehrt von Menschen eingenommen, die sich ohnehin schon sehr gesund ernähren. Ärzte stellen dem entsprechend inzwischen vermehrt Hypervitaminosen fest – eine Überdosis an Vitaminen.

Empfehlenswert kann eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln für solche Menschen sein, die einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen haben. Dazu zählen etwa Schwangere, Menschen mit einer Unterernährung oder Patienten, die an einer chronischen Erkrankung leiden. Sprich eine geplante Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln daher am besten immer mit deinem Arzt ab.

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Nahrungsergänzungsmittel: Vitamine als Pillen, Pulver, Kapseln - Sie sollen den Menschen fit und gesund halten. Doch gibt es dabei ein paar Dinge zu beachten.

Nahrungsergänzungsmittel gelten weithin noch immer als geeignetes Mittel, um den täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. Experten sehen das allerdings kritisch.

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