Sind das die Tampons der Zukunft?

Mittwoch, 14.09.2016

Die Tampons der Zukunft sollen echte Multifunktionstalente sein. So gibt es sogar schon konkrete Ideen, die absolut genial klingen. Die Tampons sollen nicht nur Blut auffangen, sondern sogar Krankheiten anzeigen, die sich noch im Frühstadium befinden. 

Es ist die Revolution, die für viele Frauen unerwartet kommt – immerhin waren Hygieneartikel bislang eher unliebsames Muss als Beauty-Gadget. Mit den Tampons der Zukunft könnte frau fortan sogar froh sein, ihre Tage regelmäßig zu bekommen – denn so bekommen sie einen Gesundheits-Check inklusive.

Frauen an die Macht

Viele der heutigen Hygieneprodukte für Frauen wurden von Männern entwickelt.

Viele der heutigen Hygieneprodukte für Frauen wurden von Männern entwickelt.

Es erscheint nahezu absurd, dass die meisten Hygieneartikel in der Vergangenheit von Männern entwickelt wurden. 90 Prozent der eingereichten Patente für Binden oder Tampons stammen seither von den Herren der Schöpfung. Innovative Ideen und revolutionäre Maßnahmen, die schnell superschmale Binden und leicht einführbare Tampons ermöglicht hätten, blieben so lange Zeit aus.

Erst im Jahr 1920 kam eine kluge Ingenieurin mit dem Namen Lillian Gilbreth auf die Idee, sich in Bezug auf die Damenhygiene mit den Personen zu unterhalten, die dieses Thema am meisten beschäftigt: Frauen. So entstand in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Johnson & Johnson der Tampon, der jetzt im Handel erhältlich ist.

Innovation in puncto Menstruation

Heute ist Innovation natürlich ein großes Thema. Die Ingenieurin Ridhi Tariyal nahm das Thema Menstruation und Damenhygiene noch einmal auf und fragte sich, wie die Tampons der Zukunft aussehen könnten. Ihr Ansatz: Warum sollte eine Frau durch ihre Tage nicht auch profitieren, statt vollgesogene Tampons einfach wegzuschmeißen? Immerhin stecken die Ausscheidungen voller wichtiger Stoffe, die Aufschluss über die individuelle Gesundheit liefern könnten. Die Idee des "Smart-Tampons" war geboren.

Möglich sei diese Untersuchung, wenn die Tampons der Zukunft mit einem Chip ausgestattet werden. Doch das erschien den Unternehmern und Entwicklern zu heikel. Sie stellten sich die Frage, ob frau während der Menstruation wirklich gern einen Chip mit sich herumtrage. Und so forschten sie weiter und kamen auf die Idee, eine Maschine zu entwickeln, die außerhalb des Körpers die Werte analysiert. Stephen Gire, Businesspartner von Tariyal, gestand im Interview mit "NY Times" jedoch, dass es durchaus schwierig sei, solche Produkte auf den Markt zu bringen und Investoren zu finden.

Es erscheint nahezu grotesk, dass ein möglicher Investor sogar mit dem Argument ablehnte, dass das Produkt ja nur Frauen anspreche – und die würden schließlich bloß rund die Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen.

Wie die Tampons der Zukunft Realität werden könnten

Die Tampons der Zukunft würden zahlreichen Frauen helfen, ihre Fruchtbarkeit zu erhalten – das steht unmissverständlich fest. Immerhin sind Chlamydieninfektionen die häufigste Geschlechtskrankheit und nicht selten Grund für Fertilitätsstörungen. Solche Bakterien könnten sich mittels Maschine einfach erkennen lassen, ohne einen Arzt aufsuchen zu müssen. Das erschien jedoch den wenigsten Investoren genug und so entwickelten Ridhi Tariyal und ihr Team weiter.

Der Durchbruch gelang ihnen, als sie auf die Idee kamen, dass der Tampon auch Krebs im Frühstadium anzeigen könnte. Die Maschine würde so Zellen aus dem Uterus analysieren und Veränderungen schon zu Beginn einer Abweichung erkennen. Überdies sei es möglich, eine Endometriose festzustellen, die bei vielen Frauen eine schmerzhafte Menstruation hervorrufe und nicht selten zu Fruchtbarkeitsstörungen führe. Das überzeugte schließlich die Wissenschaftlerin Pardis Sabeti, die das Harvard Lab leitet. Mit ihr an der Seite könnten die Tampons der Zukunft schon bald Realität werden.

Ähnliche Ideen auf dem Vormarsch

Die Menstruationstasse könnte noch innovativer werden.

Die Menstruationstasse könnte noch innovativer werden.]

Doch das sind nicht die einzigen Ideen. So soll künftig auch die Menstruationstasse gepimpt werden. Der sogenannte "Loon Cup" gehört zu den Tampons der Zukunft, besteht jedoch bislang nur in der Theorie. Dabei ist die Idee genial: Das monatliche Blut wird aufgefangen und ein Chip in dem Produkt übermittelt einfach und bequem Daten ans Smartphone. Dabei misst der Cup alles Wichtige: Blutmenge, Farbe, Hinweise, wie voll die Tasse ist, und damit auch, ob sie mal wieder gewechselt werden sollte. Der Zyklus wird so eindeutig beobachtet und dokumentiert.

 Eine weitaus medizinischere Idee stammt von Forschern der University of Washington. Sie entwickelten Tampons der Zukunft, die der Frau HIV-Medikamente zur Prophylaxe verabreichen. In Kontakt mit der Scheide tritt ein Gel aus, das den Wirkstoff enthält. So werden Frauen, die sexuell aktiv sind, vor der Krankheit geschützt. Genial, doch muss die Idee noch weitere Tests durchlaufen, bevor sie als Hygieneartikel der besonderen Art die Regale der Apotheken zieren darf.

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Die Tampons der Zukunft könnten unseren heutigen ganz ähnlich sehen – nur dass sie über viele weitere Funktionen verfügen.

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http://www.fem.com/gesundheit/artikel/menstruation-sind-das-die-tampons-der-zukunft
14.09.2016 17:26
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