Lebensmittelunverträglichkeit oder Einbildung – Hilft Verzicht?

Donnerstag, 27.09.2012

Lebensmittelunverträglichkeit ist ein Schlagwort, das derzeit wortwörtlich in aller Munde ist. Wir erklären, wie sie erkannt wird und was hilft.

Köche verbannen Produkte mit Milchzucker und Gluten aus der Küche. In Supermarktregalen werden palettenweise Produkte angeboten, die frei von so gut wie allem sein sollen: Fett, Zucker, Laktose usw. 30 Prozent der Deutschen glauben inzwischen, an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden. Die tatsächlichen Zahlen sind jedoch viel geringer. Nur 10 bis 20 Prozent reagieren auf manche Inhaltsstoffe mit Beschwerden. 

Hier eine kleine Übersicht der gängigsten Unverträglichkeiten. Sollten Symptome auftauchen, führt aber kein Weg am Arzt vorbei. Denn bei einem Verdacht auf Unverträglichkeit muss eine kompetente Diagnose her. Denn viel Menschen leiden schlicht an Magen-Darm-Problemen, deren Ursachen woanders liegen. 

Laktoseunverträglichkeit

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Die häufigste Nahrungsmittelallergie ist die Unverträglichkeit auf Milchzucker. Die Symptome sind vielfältig: Bauchschmerzen und -koliken, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und Übelkeit. Circa 90 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung ist betroffen. Der Arzt weist die Laktoseintolleranz mit einem H2-Atemtest nach. Auch hier wird hauptsächlich mit einer Diät behandelt. Ganz auf Milchprodukte muss allerdings kaum jemand verzichten: Die meisten vertragen sie in geringen Mengen oder in vergorener Form als Käse oder Sauermilch.

Glutenunverträglichkeit

Ein Teller Pasta und schon rebelliert der Magen? Dann ist eventuell der Klebereiweiß des Weizens, das Gluten, schuld. Weitere Symptome können erhöhte Leberwerte, Depressionen, Probleme, schwanger zu werden und Nährstoffmangel sein. Schlussendlich bringen nur ein Bluttest und eine Dünndarmbiopsie Klarheit. Behandelt wird die Unverträglichkeit mit einer strengen und lebenslangen Diät, die fast alle Getreideprodukte vermeidet. Dann heilt die Krankheit meist völlig ab.

Fruktoseunverträglichkeit

Dreißig Prozent reagieren schon bei geringen Mengen Obst mit Bauchschmerzen, Blähungen, Krämpfen oder Durchfall. Schuld daran ist eine Unverträglichkeit des Fruchtzuckers, der Fruktose. Die Krankheit ist zwar unangenehm, aber harmlos, denn es drohen immerhin keine Entzündungen oder Organschäden. Der Arzt weißt die Fruktoseintoleranz über einen schmerzfreien H2-Atemtest nach.

Histaminunverträglichkeit

Die Symptome der Histaminintoleranz sind vielfältig und teilweise schwer von Symptomen anderer, häufigerer Krankheiten zu unterscheiden. Rote Flecken, verstopfte Nase, Hitzewallungen, Herzklopfen können Anzeichen sein. Obwohl die Symptome auf viele Krankheiten zutreffen können, meinen viele, an Histaminunverträglichkeit zu leiden. Das ist fast schon eine Art Modediagnose. Eine exakte Diagnose ist schwierig, da die Bluttests ungenau sind. Mediziner bauen auf einen Praxistest: Salamipizza mit Rotwein. Damit nimmt man reichlich Histamin zu sich. Wer nicht darauf reagiert, verträgt den Stoff. Wer das nicht tut, sollte bei gereiftem Käse, Schinken, Salami, Nüssen, Sauerkraut, Essig Hefeprodukten, Räucher- und Dosenfisch, Wein und Bier aufpassen. In der Apotheke gibt es das Abbauenzym DAO in Kapselform.

Ab zum Arzt!

Ohne eine präzise ärztliche Diagnose ist eine Unverträglichkeit nicht nachzuweisen, sondern nur ein Verdacht. Vor allem sollte man sich vor einem weitverbreiteten Irrglauben hüten: Man tut seinem Körper nämlich nichts Gutes, wenn man als Gesunder auf Laktose, Gluten oder Obst verzichtet. Im Gegenteil: Schwere Mangelerscheinungen können die Folge sein.

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Lebensmittelallergie oder Einbildung Was hilft Verzicht?

Wenn nach dem Essen der Magen verrückt spielt, steckt nicht immer eine Lebensmittel-Unverträglichkeit dahinter.

 

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