Heilpflanzen und Kräuterkunde – Pflanzengeheimnisse

Donnerstag, 04.10.2012

Maiglöckchen und Vergissmeinnicht wurden schon seit dem 15. Jahrhundert als Gartenpflanzen gezogen. Die Schlüsselblume sogar schon seit dem 10. Jahrhundert, die herrlich duftende Christrose seit dem 12. Jahrhundert.

Doch nicht nur wegen ihrer Optik sondern wegen ihrer Heilkräfte wurden viele der Blumen und Pflanzen in privaten, königlichen oder klösterlichen Gärten angebaut.

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Der Garten, das Paradies

Bereits die Sumerer berichten in der Zeit um 2000 v. Chr. von riesigen Gärten. Ebenso geben die kunstvollen Reliefs der Assyrer des 9. bis 7. Jahrhunderts ein Zeugnis von königlichen Parks und Lustgärten. Eines der sieben Weltwunder sind die hängenden Gärten in Babylon. Auch die Ägypter waren in der Kunst der Gartenanlage wahre Meister. Das Wort 'Paradies' stammt vom alten persischen Wort 'Pairidaeza' ab, das einen Garten oder Park mit vielen Bäumen, duftenden Kräutern, Vögeln und Tieren und einem Feuchtigkeit spendenden Bewässerungssystem umschrieb. Die Grundelemente, die einen Garten ausmachen, sind seitjeher die folgenden: Bäume als Zierde und Nahrungsspender, Leben spendendes Wasser, Struktur, Abgrenzung nach außen und der bebauende und bewahrende Mensch.

Die Kräuterbücher der Renaissance-Zeit

Dank der Erfindung des Holzschnitts und später des Buchdrucks, konnten Bücher samt ihren Abbildungen leichter hergestellt und vervielfältigt werden. Die neue Art der Kräuterbücher, die medizinisches Wissen, Botanik und die Eigenschaften der Pflanzen selbst, enthielten, kam in Umlauf. 1484 erschien das Werk "Herbarius", das die Beschreibung von Kräutern aus Gärten, Wäldern und Wiesen und Anleitungen für das Anlegen eine Kräutergartens enthielt sowie auch die daraus zu erstellende Hausapotheke. Mit 150 Abbildungen war es eine Sammlung aus Werken von antiken und mittelalterlichen Autoren.
Als Väter der Botanik werden die Autoren Otto Brunfels, Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs bezeichnet, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Pflanzenheilkunde und die Einstellung zur Natur hatten.

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Arznei-, Heil- und Gewürzpflanzen

Werden Pflanzen nicht als Nahrungsmittel sondern als Heilpflanze verwendet, stellt man sogenannte pflanzliche Drogen aus ihnen her. Dies können getrocknete Pflanzen oder Pflanzenteile oder gewonnene Produkte wie ätherische Öle sein. Größtenteils entstammen die Drogen den Sekundärstoffen (wie beispielsweise Duft- oder Farbstoffe) der Pflanze. Ätherische Öle wirken entzündungshemmend und verdauungsfördernd, Bitterstoffe keimtötend und beruhigend, Gerbstoffe wirken antibakteriell und reizmildernd, die Flavonoide (Farbstoffe) sind Radikalfänger und schützen die Zellen und Saponine hemmen das Pilzwachstum.

Einen wichtigen Einfluss auf den Anbau der heilenden Pflanzen nahm die Rolle des Mondes. Bereits seit der Antike hat man die Verbindung zwischen dem Mond und den Pflanzen erkannt. Egal ob Ernte, Zeitpunkt des Säens oder die Weiterverarbeitung, gibt es genaue Richtlinien, die die Wirkung und den Ertrag der Pflanzen erhöhen. Neben der Wirkung auf den Körper und die Psyche wird manchen Kräutern und Pflanzen eine magische Wirkung nachgesagt. Duftpflanzen gelten als abwehrend gegen das Böse, Salbei erweckt die liebe oder die Schlüsselblume führt Glück und Schätze herbei. Die Pfingstrose ist gut gegen Albträume, der Nussbaum heilt auf magische Weise und duftender Dill vertreibt böse Geister. Besonders weise Frauen, Heilerinnen und Hebammen wussten um die Wirkung der Heilpflanzen und wurden gerne als Hexen bezeichnet. Auch die Alchemie, die Geheimlehre aus dem Orient, kennt sich mit den Wirkweisen der Kräuter, Gewürze und Arzneipflanzen aus.

Spannende Lektüre:
Die sehr gute Darstellung der 100 bekanntesten Gartenpflanzen wie Rose, Dill, Karotte, Aprikose oder Walderdbeere mit ihren Wirkweisen, Anbauanleitungen, Geschichtliches und Besonderheiten liefert das Buch "Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit. Wissen aus Kloster- und Bauerngärten." Sehr verständlich geschrieben und mit vielen Erklärungen, mit einer geschichtlichen Darstellung über die Entwicklung von Gärten und den Anbau von Garten-, Obst und Zierpflanzen. Das Buch eignet sich hervorragend zur Unterstützung, einen eigenen Garten anzulegen, ebenso als Nachschlagewerk für Pflanzenkunde. Gartenliebhaber erfahren viel Wissenswertes und können sich an den zahlreichen Abbildungen erfreuen. Erschienen im BLV Buchverlag, um 20 Euro.
Text: Elisa Gianna Gerlach

Heilpflanzenkunde - aus aller Welt – Die Kraft der Natur

Das Wissen um den Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen

In Kloster- und Bauergärtnen wurden viele Heilpflanzen und -kräuter angebaut. Das Wissen um ihre Wirkweise sammelte man in Kräuterbüchern. Die 100 wichtigsten Pflanzen sind nun im Buch "Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit" zusammengefasst. Eine Kulturgeschichte des Gartens!

 

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Maiglöckchen und Vergissmeinnicht wurden schon seit dem 15. Jhdt. als Gartenpflanzen gezogen. Die Schlüsselblume sogar schon seit dem 10. Jhdt.
http://www.fem.com/gesundheit/artikel/heilpflanzen-und-kraeuterkunde-pflanzengeheimnisse
04.10.2012 09:00
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