Heilkraut: Lavendel – Aromatisches Lila

Montag, 01.10.2012

Als einer der schönsten Düfte der Welt wird das Aroma des Lavendels bezeichnet. Doch die Pflanze mit den hübschen, filigranen Blüten kann viel mehr als nur die Nase und die Augen zu beeindrucken: Sie ist eine der bekanntesten Heilpflanzen!

Graugrünes Laub und blauviolette Blüten sind das Markenzeichen des Lavendelstrauchs. Kaum einer weiß, dass es weltweit derzeit 39 Lavendelarten gibt. Am bekanntesten ist der Echte Lavendel.

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Zur Reinigung

Schon in der Antike parfümierte man Badewasser mit Lavendelöl oder wusch die Wäsche in einem Lavendelsud. Der frische Duft vermittelte Sauberkeit und Reinheit. Der lateinische Name 'Lavandula' kommt nicht von ungefähr. Das lateinische Wort 'lavare' bedeutet übersetzt 'waschen'. Doch obwohl man der Pflanze eine reinigende Wirkung nachsagt, enthält sie im Gegensatz zu anderen Pflanzen keine Saponine (seifenartige Substanzen). Sogar Julius Cäsar entspannte sich schon nach einem stressigen Tag im Senat in einem Lavendelbad.

Das Heilkraut

Lavendelblätter enthalten feine Drüsen mit ätherischem Öl. Das Aroma besänftigt die Sinne und wirkt beruhigend auf die Seele ein. Es macht nicht schläfrig, sondern bewirkt gerade einen klaren Kopf. Die Gedanken können sich ordnen und man kommt zur Ruhe. Lavendel wird im Volksmund auch gerne "Nervenkräutle" genannt. Im Mittelalter brachten Mönche die wohlduftende Pflanze über die Alpen nach Mittel- und Westeuropa und sorgten so für ihre Verbreitung. Vor allem zwei Arten wurden angebaut: der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) und der Speik-Lavendel (Lavandula latifolia). Die bekannte Hildegard von Bingen lieferte den ersten schriftlichen Nachweis über den Strauch in ihrer Naturkunde "Physika" im 12. Jahrhundert. Sie führte auf, dass Lavendel schmerzlindernd bei Leber- und Lungenproblemen wirke und zudem reines Wissen und einen reinen Verstand hervorbringe. Der Lavendel erfreut sich schnell allgemeiner Beliebtheit und findet sich in Bauern- und Stadtgärten und wird in Apothekergärten gezüchtet. Lavendel gilt dabei als natürliches Kraut, nicht als Zierpflanze.

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Das wirksame Heilöl

Man konnte beobachten, dass Lavendel die Fliegen und Mücken fern hielt und glaubte an eine gleiche Wirkung im übertragenen Sinne. Der Gelehrte und Arzt Paracelsus setzte die Heilpflanze als Schutz gegen Seuchen ein und verschrieb sie als Nervenmittel. Auch der Schutz gegen Tuberkulose wurde zu dieser Zeit festgestellt – Lavendelpflücker blieben von dieser Krankheit verschont. Lavendelessenz wurde von den provenzalischen Bauern auf wunde Stellen aufgetragen, Schlangen- und Hornissenbisse mit Lavendelöl geheilt. Heute wird das Heilöl bei Wunden und Verbrennungen eingesetzt, zur Desinfizierung und für eine narbenfreie Wundheilung. Wird Lavendel als Heilpflanze genutzt, wird nur der Echte Lavendel verwendet. Wichtig ist es, die Blüten zur Mittagszeit zu ernten. Besonders an heißen Tagen ist der Gehalt des ätherischen Öls am stärksten. Voll entwickelte Blütenstände werden geerntet, die Blüten dann getrocknet und schließlich zu zahlreichen Mitteln, Kosmetika, Parfums oder Ölen weiterverarbeitet. Für ca. zwei Liter ätherischen Öls benötigt man 250 Kilogramm Schnittgut.

Wundervoll: Das Buch "Lavendel. Duft und Sinnlichkeit im Garten" gibt einen tollen Einblick in die Welt des Lavendels. Neben der Darstellung der einzelnen Arten, der Geschichte dieser betörenden Pflanze, Gestaltungsmöglichkeiten für den eigenen Garten oder die Zucht in England, werden auch Rezepte für die Küche und den Kosmetikschrank geboten. Plus: Lavendel- und Naturfans kommen dank der wundervollen Landschaftsbilder und Blütenmeere auf ihre Kosten. Für das Buch stand der renommierte Gartenfotograf Ferdinand Graf von Luckner hinter der Linse. Der Autor und Gartenspezialist Michael Breckwolt erzählt mit viel Hingabe alles Wissenswerte über den Lavendel. Erschienen im BLV Buchverlag, um 13 Euro.

Text: Elisa Gianna Gerlach

Die Rezepte der Stars – Mit Eiswürfeln zur Glanzmähne

Duftendes Blütenmeer: Der Lavendelstrauch ist eine alte Heilpflanze

Lavendelöl hilft bei Schürfwunden, Verbrennungen und Insektenstichen. Frisch aufgebrüter Lavendeltee steigert die Konzentration und wirkt entspannend. Lavendel ist eine der ältesten Heilpflanzen und vilefältig einsetzbar. Im Buch "Lavendel" erfährt man alles über den Strauch, die Arten, den Anbau und die Wirkweise.

 

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01.10.2012 12:52
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