Ganzheitliches Training: Wildfitness – Get wild!

Donnerstag, 03.01.2013

Tara Wood, Erfinderin von Wildfitness, weiß, warum die Natur unser bester Trainingspartner ist, und wie wir unser Workout "wilder" gestalten können. 

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Seit 10 Jahren bietet die in Kenia geborene Tara Wood ganzheitliche Fitness-Retreats in ihrer afrikanischen Heimat an. Ihr Trainingsprogramm lautet "Wildfitness" und schult den Körper in und mit der Natur. Ebenfalls berücksichtigt werden natürliche, "wilde" Ernährung und Regenerationsphasen nach den natürlichen Rythmen des Menschen.

Ihre Devise: "Unsere Vorfahren, die noch in der Wildnis lebten, waren über Jahrtausende stark, schlank, schnell, geschickt und fruchtbar. Ohne Nahrungsmittelergänzungen und Fitnessgeräte. Die Natur stellt alles zur Verfügung um fit und gesund zu bleiben." Im Interview spricht Tara Wood über ihr Konzept, wie wir alle unser Training "wilder" gestalten können und wie sie sich selbst fit hält.

Was unterscheidet Wildfitness von konventionellen Trainingsprogrammen, zum Beispiel einem Workout im Fitnessstudio?

Das erste Kernprinzip des Wildfitness-Trainings-Ansatzes ist Natural Movement, also Bewegungsformen, die den Alltag unserer Sammler/Jäger-Vorfahren in der Wildnis bestimmt haben wie Barfusslaufen, springen, balancieren, schwere Gegenstände heben, schwimmen, laufen, Dinge werfen und fangen, kämpfen, kriechen. Wir sind der Ansicht, dass ein Training aus diesen Komponenten sehr wichtig ist, um Verletzungen vorzubeugen und zu heilen, die durch unnatürliche Bewegungsweisen verursacht werden - wie etwa Bizeps-Curls oder das Laufen mit gepolsterten Schuhen.

Außerdem machen die uns natürlichen Bewegungsvarianten mehr Spaß und wirken belebender, schon allein weil sie mehr Abwechslung bieten. Klassisches Krafttraining beispielsweise besteht aus wenig spannenden, gleichförmigen Wiederholungen. Natural Movement erfordert Können und Präsenz. Es verändert den Körper nicht nur in seiner Form, wir bewegen uns durch das Training auch anmutiger und effizienter.

Das zweite Grundprinzip des Wildfitness-Trainings ist, dass wir uns in der Natur bewegen und mit ihr so viel wie möglich interagieren. Auf diese Weise fordern wir uns vielseitiger, da das Spektrum an erforderlichen Bewegungen viel breiter wird – durch unebenen Boden, Hindernisse, Wellen. Hinzu kommen die positiven Effekte von Sonne oder kaltem Wasser.

Sie haben Wildfitness vor 10 Jahren gegründet - was war damals Ihre Vision?

Als ich mit 21 von der Uni kam, war mir klar, dass ich Wildfitness verwirklichen wollte. Inspiriert wurde ich von einem Freund, der ähnliche Ideen hatte – Bruce Perry, der heute die Fernsehsendung "Tribe" moderiert. Außerdem wollte ich Watamu, eine Gegend in Kenia, die ich sehr liebe und wo sich das Hauptquartier von Wildfitness befindet, und all die wunderbaren Orte, die ich dort seit meiner Kindheit entdeckt habe, mit anderen teilen. Ich weiß, dass Bewegung in der Natur eine äußerst wirkungsvolle Medizin ist, die uns rundum erneuern und stärken kann.

Wenn ich es nicht nach Kenia schaffe – wie kann ich mein eigenes Training zuhause etwas "wilder" gestalten?

1. Gehen Sie raus in die Natur so oft Sie nur können. Verlegen Sie am besten Ihr gesamtes Training in den nächsten Park. Schwimmen Sie in natürlichen Gewässern - am besten in solchen mit eher niedrigen Temperaturen.

2. Verleihen Sie Ihrem Training einen Sinn und sorgen Sie dafür, dass es Ihnen Spaß macht. Laufen Sie zur Arbeit, treten Sie einem Sport-Team bei, lernen Sie inspirierende Sportarten wie klettern, boxen oder surfen.

3. Gestalten Sie Ihre Bewegungen so natürlich wie möglich - selbst wenn Sie doch in einem Fitnessstudio trainieren: Nutzen Sie Freihanteln anstatt von Maschinen, gehen Sie auf das Laufband antatt auf den Skywalker. Fragen Sie sich: Ist dies eine Bewegung, die ein Mensch in der Wildnis machen würde?

4. Trainieren Sie mit intensivem Einsatz - etwas, das leichter fällt, wenn Sie zielgerichtet und in einer Gruppe trainieren. Aber lassen Sie bei aller Intensität Achtsamkeit walten. Das bedeutet: Trainieren Sie nicht härter als Ihr Energielevel erlaubt. Zwei bis drei intensive Einheiten sind ein guter Durchschnitt. Dazwischen legen Sie weniger intensive Trainingseinheiten.

5. Tun Sie, was Ihnen Freude macht und worauf Sie sich wirklich freuen. Das bringt mehr Ergebnisse als alles andere!

Wie sieht Ihr persönliches Training aus?

Ich liebe Outdoor-Sportarten, die meine physischen und mentalen Fähigkeiten herausfordern und mich den Umgang mit und die Gesetze der Natur lehren. Ich liebe Klettern, Kite-Surfen und Freediving. Außerdem kräftige ich meinen Körper umfassend mit vielseitigem Krafttraining etwa mit Hilfe von Kettlebells und Sandsäcken. Dies reduziert die Verletzungsanfälligkeit.

Darüber hinaus laufe ich mehrmals die Woche. Um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen oder im Rahmen eines intensiven Workouts indem ich Intervalle trainiere. Einfach, weil sich das damit verbundene "High" so gut anfühlt. Und dann gibt es die entspannten, lockeren Laufsessions, um meine Gedanken zum Fließen zu bringen oder mich zu erfrischen.

Ganz generell halte ich mich nicht an einen Plan oder habe bestimmte Trainingsziele im Auge. Ich nutze einfach jede Gelegenheit, mich an meinen physischen Fähigkeiten zu erfreuen, etwas zu lernen, mich nützlich zu machen und offen zu sein für die Möglichkeiten, die mir meine Umgebung bietet – das kann vom Tanzen über Gärtnern bis hin zu Parkour und Wandern reichen.
Welches Fitnesslevel sollte man mitbringen?

Das Fitnesslevel der Teilnehmer variiert enorm – von Leistungssportlern bis hin zu Menschen, die noch nie ein Lauftraining absolviert haben. Unsere Kurse unterstützen jedes Leistungsniveau. Gleichzeitig sind sie physisch anspruchsvoll, weshalb es wichtig ist, ausgeruht und ohne körperliche Beeinträchtigungen anzureisen.

Weitere Informationen: www.wildfitness.com


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Tara Wood, Erfinderin von Wildfitness, weiß warum die Natur unser bester Trainingspartner ist, und wie wir unser Workout "wilder" gestalten können.

Den Körper ganzheitlich in und mit der Natur zu trainieren ist das Kernprinzip des Wildfitness-Konzepts. Barfusslaufen und kämpfen sind nur zwei der zahlreichen Disziplinen.

 

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03.01.2013 15:31
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