Depressionen im Winter vermeiden – 3 Tipps gegen den Winterblues

Mittwoch, 28.12.2011

Mit den Temperaturen sinkt die Stimmung. Psychologe Benjamin Martens gibt Tipps für mehr seelisches Gleichgewicht.
Morgens im Dunkeln aus dem Haus, die Eisschicht vom Auto kratzen oder mit kalten Füßen im Nieselregen an der Haltestelle stehen - kein Wunder, dass mit den Temperaturen auch die Stimmung fällt. fem.com hat den Psychologen Benjamin Martens von psycheplus.de nach Tipps für einen Winter im seelischen Gleichgewicht befragt.
1 Winterblues statt Winterschlaf

Nach einer aktuellen Umfrage klagt jeder Fünfte im Herbst und Winter über Stimmungsschwankungen. Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Heißhungerattacken treten zu dieser Zeit gehäuft auf - der Winterblues ist da. Das Problem: "Unser Organismus ist noch auf graue Vorzeit getrimmt - und Jäger und Sammler laufen nachts und im Winter auf Sparflamme -, während unsere heutige Lebensweise nahezu jederzeit auf Höchstleistung ausgerichtet ist", sagt Benjamin Martens. Das heißt, wir nehmen bei ständig zunehmenden Anforderungen schon den geringsten Leistungsabfall deutlich wahr und empfinden unseren Alltag dann als doppelt ermüdend. Der Experte rät: "Wer im Winter zu Stimmungsschwankungen neigt, sollte dann besonders auf die richtige Mischung aus Aktivität und Entspannung achten und für anstrengende Tätigkeiten vor allem die besonders produktive Zeit vor 16 Uhr nutzen."
2 Durchatmen im Freien

Das wirkungsvollste Mittel für Elan und gute Laune ist Tageslicht. "Der Lichtmangel bewirkt, dass tagsüber der Anteil von Melatonin im Blut kaum absinkt. Das sogenannte 'Nachthormon', das sonst für gesunden Schlaf sorgt, macht uns dann zu Unzeiten müde und antriebslos", sagt Benjamin Martens. Wer sich hauptsächlich in geschlossenen Räumen aufhält, etwa den ganzen Tag im Büro verbringt, sollte jede Gelegenheit zu einem Aufenthalt oder - noch besser - zu körperlicher Bewegung im Freien nutzen. "Das ist gleich zweifach gut fürs seelische Gleichgewicht, denn Sport steigert die Produktion von anregenden Hormonen und Botenstoffen, darunter die des 'Glückshormons' Serotonin." Neben körperlicher Aktivität und Tageslicht ist auch Wärme ein Wohlfühlfaktor, so der Psychologe. "Kälte bedeutet für unseren Körper zusätzliche Anstrengung." Deshalb sind Wellness-Nachmittage in der Sauna oder im Dampfbad ideal für das seelische Wohlbefinden und stärken zudem das Immunsystem.
3 Niedergeschlagenheit ernst nehmen
"Soziale Kontakte tun der Seele gut und sind die perfekte Motivation, auch im Winter aktiv zu werden", so Benjamin Martens. Gemeinsam Sport treiben, ein gutes Essen zelebrieren oder neue Hobbys entdecken hilft dabei, seelische Durchhänger zu überwinden. Wenn der Winterblues sich trotz allem nicht vertreiben lässt und das Stimmungstief länger als zwei Wochen andauert, rät Martens, auf andere Weise aktiv zu werden: "Anhaltende Niedergeschlagenheit oder depressive Verstimmungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen oder als 'Wintertief' verharmlost werden“, so der Psychologe. Hellt sich die Stimmung trotz aller Gegenmaßnahmen nicht auf, sollten Betroffene den Ursachen im Gespräch mit einem Arzt oder Therapeuten auf den Grund gehen.

>> Mehr Infos zum Thema Depression gibt's im Medizin-ABC auf fem.com

Winterblues klingt besser als Depression, Psychologe Benjamin Martens erklärt, wie man beides vermeidet und gut gelaunt durch die kalte Jahreszeit kommt.

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28.12.2011 14:45
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