Deo ohne Aluminium: Mindert es das Brustkrebsrisiko?

Freitag, 17.04.2015 Natalie Sterrantino

Keiner mag ihn: Den Schweißfleck unter der Achselhöhle. Das muss ein gutes Deo verhindern können! Doch herkömmliche Deos beinhalten häufig Aluminiumsalze, die mit Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung gebracht werden. Der neue Trend: Deo ohne Aluminium.

Drogerien und Supermärkte präsentieren das Deo ohne Aluminium in der Regel mit einem sichtbaren Aufkleber in ihren Verkaufsregalen. Damit folgen Sie der steigenden Nachfrage nach diesen besonderen Deos. Aber wieso stehen Aluminiumsalze in Deodorants plötzlich in der Kritik?

Den Brustkrebsfaktor reduzieren durch Deo ohne Aluminium?

Der Körper scheidet durch die Achselhöhle unter anderem Schadstoffe aus. Die Aluminiumsalze in konservativen Deodorants reduzieren zum einen die Schweißbildung des Körpers und damit auch die Möglichkeit zur Ausscheidung von Schadstoffen über die Achselhöhle. Denn: Aluminium bildet einen Pfropfen in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen. Zum anderen wird bereits seit Jahren vermutet, dass Aluminium auf diese Weise in unseren Körper gelangen und dadurch das Brustkrebsrisiko erhöhen und die unheilbare Krankheit Alzheimer auslösen könnte.

Aluminium-Wirkung bislang nicht bewiesen

Die Toxikologin Ariane Lenzner vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärte gegenüber dem Gesundheitsportal apothekenumschau.de den Grund für diese Annahme: "Die These beruht darauf, dass man die Antitranspirantien in der Achselhöhle aufträgt, in deren Nähe auch die meisten Brustkrebstumore gefunden werden." Die Brustkrebsrate steige im unmittelbaren Bereich der Achseln im Vergleich zum unteren und oberen Teil der Brust, was einige Studien bewiesen hätten. Zusätzlich sei in den Tumoren von Brustkrebspatienten vermehrt Aluminium gefunden worden. Jedoch könne nicht wissenschaftlich belegt werden, ob diese Tumore durch Aluminium ausgelöst wurden oder ob sich das Leichtmetall erst später in den Tumoren ablagerte. Auch ein Zusammenhang zwischen der Brustkrebsrate im Achselhöhlenbereich und herkömmlichen Deos konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Aluminiumanteil nicht nur in Deos

Zudem stellt sich die Frage, wie viel Aluminium wir durch herkömmliche Deodorants überhaupt aufnehmen. Hier fehlen laut dem BfR bislang umfassende Studien. Der empfohlene Höchstwert soll laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm und Woche liegen. Dieser Wert sei laut dem BfR in der Regel bereits durch die Nahrung ausgeschöpft. Denn ein geringer Teil an Aluminium ist auch in Lebensmitteln, im Trinkwasser, in Zahnpasta oder in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Auf diese Weise nehmen Erwachsene wöchentlich zwischen 0,2 und 1,5 Milligramm auf, so das BfR. Es schätzt daher, dass durch die Verwendung herkömmlicher Antitranspirantien dieser Grenzwert dauerhaft überschritten werden könnte.

Welche Alternativen gibt es zum Deo mit Aluminiumchlorid?

Deo-ohne-Aluminium_Shutterstock

Deo ohne Aluminium beugt durch alternative Inhaltsstoffe der Schweißbildung vor und wirkt wie auch herkömmliche Deos gegen unangenehmen Schweißgeruch. Zahlreiche Hersteller haben das aluminiumfreie Deo bereits in ihr Produktportfolio aufgenommen. Eine umfangreiche Auflistung von erhältlichen Deo-Produkten ohne Aluminium sowohl von Naturkosmetik- wie auch von herkömmlichen Kosmetik-Herstellern finden Sie hier. Alle Deo-Hersteller sind außerdem verpflichtet, bei Verwendung von Aluminium die Angabe "Aluminiumchlorohydrate" auf ihren Produkten zu vermerken. Auf Deo-Kristallen ist in der Regel die Bezeichnung für die Aluminiumverbindung "Alaun" oder "Alum" zu finden.

Gleiche Wirkung beim Deo ohne Aluminium?

Aber ist die Wirkung von Deo ohne Aluminium tatsächlich mit der herkömmlicher Deos zu vergleichen? Nicht ganz. Das Deo ohne Aluminium gewährleistet trotz unterschiedlicher Inhaltsstoffe zur Vorbeugung von Schweißbildung keine trockenen Achselhöhlen wie herkömmliche Antitranspirantien, da Letztere die Schweißdrüsen verstopfen.

Tipps: Aluminium-Anteil beim Deodorieren mindern

Falls Sie aus diesem Grund nicht auf Aluminiumchlorid verzichten möchten, sollten Sie den Geruchsneutraler nicht unmittelbar auf die frisch rasierten Achseln und damit auf die geöffneten Poren auftragen. Auf diese Weise könne die Aluminiumaufnahme laut des BfR  gesenkt werden. Die Haut ist einen Tag nach dem Rasieren weniger empfindlich, deshalb sollten Sie erst am nächsten Tag Ihr aluminiumhaltiges Deo unter den Achseln auftragen.

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Mit Deo ohne Aluminium den Schweißgeruch vermeiden.

Ein Deo ohne Aluminium soll Sie nicht nur gegen unangenehmen Schweißgeruch wirken, sondern auch das Brustkrebsrisiko mindern.

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17.04.2015 10:21
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