Blasenentzündung - Das verflixte Brennen beim Wasserlassen

Donnerstag, 07.01.2016

Zwei von drei Frauen hatten schon einmal eine Blasenentzündung: Ständiges Brennen beim Wasserlassen, permanentes Hetzen auf die Toilette und unangenehmes Jucken sind typische Symptome. Wir erklären, wie Sie einer sogenannten Zystitis vorbeugen können.

Eine Zystitis (so der medizinische Fachausdruck für die Blasenentzündung) entsteht meist durch eine Infektion der unteren Harnwege, also der Harnröhre oder Harnblase. Die Erreger stammen in der Regel aus dem Darm und gelangen durch die Harnröhre in die Blase. Eine Blasenentzündung lässt sich gut behandeln und ist normalerweise zwar lästig, aber harmlos. Vorsicht ist dann geboten, wenn sie nicht rechtzeitig therapiert und verschleppt wird, da die Erreger dann über den Harnleiter ins Nierenbecken vordringen und dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen können. Hier helfen in der Regel nur noch Antibiotika.

Ursachen für die Blasenentzündung

Von der Blasenentzündung und dem daraus resultierenden Brennen beim Wasserlassen sind vor allem Frauen betroffen. Grund: Anders als bei Männern liegt bei ihnen die Harnröhrenöffnung näher am Darmausgang, zudem ist die Harnröhre etwa vier Zentimeter kürzer. Diese beiden Faktoren machen es den Erregern aus dem Darm leichter, zu den unteren Harnwegen zu gelangen, um sich dort zu vermehren.

Und auch im Zuge einer Schwangerschaft tritt das verräterische Brennen beim Wasserlassen gehäuft auf. Weil das Hormon Progesteron die Harnwege erschlaffen lässt, fließt der Urin langsamer von den Nieren zur Harnröhre – die Keime haben somit mehr Zeit, sich dort zu vermehren und eine Infektion auszulösen. Schwangere sollten im Falle der typischen Symptome einer Blasenentzündung immer einen Arzt aufsuchen.

Weitere Ursachen für eine Zystitis: Ist das Immunsystem geschwächt, etwa durch Stress oder Medikamente, kann dies eine Blasenentzündung begünstigen. Auch häufiger Sex reizt die Schleimhäute, so dass die Bakterien leichtes Spiel haben – man spricht auch von einer "Honeymoon-Cystitis". Zudem sollte auf übertriebene Intimhygiene oder parfümierte Seifen verzichtet werden, denn sie bewirken genau das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sollen: Sie schwächen die Abwehr der Harnwege gegen Bakterien.

Zystitis und ihre Symptome

Zu den typischen Anzeichen einer Blasenentzündung gehören Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang mit geringen Mengen Urin, Unterleibsschmerzen und krampfartiges Zusammenziehen der Blase. Treten außerdem Blut im Urin, Fieber und Schmerzen in der Nierengegend auf, sollten Sie spätestens dringend einen Arzt aufsuchen, da eine Nierenbeckenentzündung vorliegen könnte.

Hausmittel: Was tun gegen das Brennen?

So leicht man sich eine Blasenentzündung einfangen kann, so schnell wird man in der Regel den brennenden Schmerz auch wieder los. Wichtig ist dabei vor allem, dass man schon bei den ersten Anzeichen reagiert. Sobald Sie ein Ziehen in der Blase spüren, sollten Sie sich warm einpacken und eine Wärmflasche oder eine heiße Heublumenpackung (aus der Apotheke) auf den Bauch legen. Dann heißt es: Viel trinken, denn dadurch werden die Krankheitserreger aus dem Körper geschwemmt. Ärzte empfehlen mindestens drei Liter Kräutertee am Tag.

Auch verschiedene Heilpflanzen-Teesorten können helfen: Bärentraubenblätter wirken desinfizierend, Goldrute regt die Tätigkeit der Nieren an, ebenso wie Katzenbart. Ihr Apotheker kann Sie hierzu beraten.

Wichtig: Sollten die Symptome nach wenigen Tagen nicht nachlassen oder gar schlimmer werden, sollten Sie auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Er verschreibt dann meist ein Antibiotikum. Auch bei Ihren Kindern sollten Sie im Verdachtsfall auf Hausmittel verzichten und direkt zum Arzt gehen.

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Impfung: sinnvoll oder überflüssig?

Eine Impfung soll immun machen gegen die Erreger von Blasenentzündungen. Dabei wird der Körper immer wieder abgetöteten Krankheitserregern ausgesetzt – so soll das Immunsystem fit werden für die Abwehr der Keime. Dass die Impfung tatsächlich vor einer Blasenentzündung schützt, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht ausreichend belegt.

Kondome und Wärme schützen vor einer Blasenentzündung

Wärme ist der beste Schutz vor einer Blasenentzündung: Holen Sie im Winter auch mal die warmen Wollsocken raus, sitzen Sie nicht auf kaltem Untergrund, tragen Sie Unterhemden. Kälte schwächt die Abwehr und macht es den Bakterien leicht.

Kondome schützen zudem vor Bakterien, die beim Sex in die Scheide gelangen. Ansonsten empfiehlt es sich, nach dem Sex auf die Toilette zu gehen, um den Harnleiter durchzuspülen. Wichtig: Mit Toilettenpapier immer von vorn nach hinten wischen, um Schmierinfektionen zu vermeiden.

Auch Cranberry-Saft oder Cranberry-Tabletten können einer Blasenentzündung vorbeugen - vor allem bei Frauen, die den Infekt häufig bekommen. Und nicht vergessen: trinken, trinken, trinken.

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