Abnehmen mit der Atkins-Diät: Was bringt sie wirklich?

Donnerstag, 28.11.2013 Mareike Freier

Wenn die Nadel auf der Waage mal wieder unheilvoll nach rechts ausschlägt, könnte es  Zeit sein, ein paar Kilo abzunehmen. Wie vielversprechend die Atkins-Diät ist und wie sie funktioniert, verraten wir Ihnen hier.

Low-Carb heißt die Devise bei der Atkins-Diät. Das bedeutet im Klartext: Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Brot und Kartoffeln müssen in den ersten zwei Wochen (Phase 1) fast vollständig vom Speiseplan gestrichen werden. Lediglich eine Menge von 20 Gramm am Tag ist erlaubt und die sollte in Form von Salat und Gemüse aufgenommen werden. Statt auf Kohlenhydrate sollen Kilo-Geplagte auf fett-und eiweißreiche Nahrungsmittel zurückgreifen. Fleisch, Fisch, Sojaprodukte, Eier, ja sogar Mayonnaise dürfen jetzt in Hülle und Fülle gegessen werden.

Nach zwei Wochen ergänzen Hülsenfrüchte und  Nüsse den doch recht einseitigen Ernährungsplan. In dieser zweiten Phase wird die Menge an Kohlenhydraten wöchentlich um fünf Gramm erhöht. In der dritten Phase, der sogenannten Stabilisierungsphase, werden weitere zehn Gramm Kohlenhydrate zum Speiseplan hinzugefügt – allerdings nur, wenn man dabei immer noch abnimmt.

Phase 4 ist als dauerhafte Ernährungsweise zu verstehen. Hier hat jeder Atkins-Anhänger herausgefunden, mit welcher Menge an Kohlenhydraten er sein Gewicht halten kann. Kartoffeln und Teigwaren werden selbst bei der dauerhaften Ernährung so gut wie ausgeschlossen, sollten nur in Ausnahmefällen gegessen werden. Nahrungsergänzungsmittel sollen den Mangel an Vitaminen und Ballaststoffen ausgleichen.

Die Idee: Der Körper wandelt Kohlenhydrate in Energie um. Fehlen ihm diese, stellt er den Stoffwechsel auf Fettverbrennung um. Selbst fetthaltige Produkte wie Butter, Mayonnaise oder Schweinsteak werden anders vom Körper verwertet – dadurch purzeln die Kilos.

Atkins-Diät: Das steckt dahinter

Das Abnehmprogramm geht auf den Amerikaner Dr. Robert Atkins zurück, der Anfang der 70er-Jahre eine kleine Diät-Revolution anstrebte, denn er erlaubte mit einem Mal all das, was seine Vorreiter verboten hatten – fettige Kost, so viel und so oft man will. Und auch heute noch halten Stars wie Catherine Zeta-Jones, Jennifer Aniston und Sharon Osbourne ihren Körper mit dem berühmten Abspeckprogramm in Form. Die eiweißlastige Diät ist allerdings umstritten. Viele Ernährungsexperten sehen sie mehr als kritisch…

Vorteile der Diät

  • Satt essen ist erlaubt! Statt ein paar Salatblätter zu zählen, können sich Abnehmwillige den Teller vollladen und müssen nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen
  • Kein lästiges Kalorienzählen: Da es nur wichtig ist, was man ist und nicht wie viel, ist Kopfrechnen kein Thema
  • Wer sich der Atkins-Diät unterzieht, der muss nicht viel Aufwand betreiben - die Zubereitung der Lebensmittel dauert in etwa genauso lange wie die herkömmlicher Speisen
  • Das Portemonnaie nimmt nicht mit ab. Zwar kann das Mehr an Fleisch schon mal etwas teurer werden, doch halten sich die Ausgaben im Vergleich zu anderen Diäten immer noch in Grenzen
  • Man nimmt in relativ kurzer Zeit schnell ab

Nachteile des Atkins-Prinzips

  • Ernährungsexperten raten generell von jeder dauerhaften, einseitigen Ernährung ab, da sie (trotz Zusatzpräparaten) häufig Mangelerscheinungen auslösen – im Falle der Atkins-Diät kann der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren zu einem drastischen Anstieg des Cholesterin-Spiegels führen und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen
  • Das strikte Verbot von Gute-Laune-Food wie Nudeln kann schnell zu Heißhungerattacken führen
  • Nur echte Fisch-und Fleisch-Fans kommen bei der Atkins-Diät auf ihre Kosten – keine Option für Vegetarier!
  • Es ist schwierig, diese Ernährungsweise auf Dauer beizubehalten – der Jojo-Effekt ist vorprogrammiert
  • Die eingenommenen Fettsäuren, vom Körper in Ketone umgewandelt, verursachen Mundgeruch
  • Ein Experiment mit 63 übergewichtigen Teilnehmern zeigte: Die Atkins-Anhänger nahmen im Vergleich zu der anderen Versuchsgruppe, die sich kohlenhydratreich, dafür fettarm ernährte, schneller ab. Allerdings stellten die Wissenschaftler nach einem Jahr keinen Unterschied in der Gewichtsreduktion mehr fest.

Atkins-Diät-Fazit

Eiserne Diät-Jünger, die innerhalb kurzer Zeit ein paar Kilos verlieren wollen, kommen mit der Atkins-Diät auf ihre Kosten. Aber Vorsicht: Hier droht der Jojo-Effekt! Die Atkins-Diät ist zwar als dauerhafte Ernährungsumstellung gedacht, doch sollte man sich dem Abnehmprogramm nicht zu lange unterziehen - zu groß ist die Gefahr, an Mangelerscheinungen zu leiden. Böse Zungen behaupten übrigens, dass Diät-Guru Atkins selbst an einem Herzleiden in Folge von starkem Übergewicht gestorben sei...

Diät-Check: Atkins-Diät

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28.11.2013 17:35
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