Abnehmen in der Kältekammer - schlank durch Minus 155 Grad?

Donnerstag, 11.08.2016

Der neueste Trend in Sachen Abnehmen und den Körper straffen ist eine ziemlich coole Sache – im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Minustemperaturen um die 155 Grad Celsius wird in sogenannten Kältekammern der Körper für eine kurze Zeit hohen Minusgraden ausgesetzt, was noch lange nach der Behandlung dafür sorgt, dass der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und so die Fettverbrennung in Gang kommt. 

Abnehmen alleine durch drei Minuten Schockfrosten? Wir von fem.com wollten wissen, was dahinter steckt und haben uns in die Kältekammer gewagt.

Schlank werden in der Kältekammer: Woher kommt der Trend?

In den USA ist es unter Hollywood-Stars und Sternchen schon länger Gang und Gäbe, sich zwei bis drei Mal die Woche auf eisige Minustemperaturen runterkühlen zu lassen, um den Körper schlank und straff zu halten. Aber auch bei uns ist die Kältetherapie keine ganz neue Erfindung. In der Medizin und im Hochleistungssport wird die sogenannte Kryotherapie schon seit Jahrzehnten erfolgreich, unter anderem zur Schmerztherapie und Leistungssteigerung, angewandt. Nun hat die Methode auch Einzug in den privaten Lifestyle- und Fitnessbereich gehalten. Ab jetzt heißt es also: bibbern für die schlanke Linie. Ob das funktioniert? Wir sind erst mal skeptisch und machen einen Termin bei Dejan vom Cryosizer-Studio in München.

Kältekammer: Professionelle Beratung und Betreuung sind wichtig

Dejan, der selbst aus der Sportwissenschaft kommt, empfängt mich an einem ziemlich heißen Sommervormittag in seinem Studio. Eigentlich perfekt, um sich ein wenig Abkühlung zu verschaffen. Zunächst bekomme ich einen selbstgemachten grünen Tee, der schon mal ein wenig den Stoffwechsel in Gang bringen soll und werde in die Höhle des Löwen, sprich den Bereich geführt, in dem sich die Kältekammer befindet. Ich dachte ursprünglich,  ich müsste mich in eine Art Kältesauna, also einen komplett geschlossenen Raum begeben, in dem es dann aber statt brüllend heiß, eiskalt wird. Die Kältekammer sieht allerdings gar nicht so aus – eher wie eine rundum geschlossene Duschkabine, die bis auf Schulterhöhe reicht. Ich bin etwas beruhigt. So bleibt wenigstens der Kopf im Freien, beziehungsweise Warmen.

Ein wenig Bammel hab ich natürlich schon. Für mich sind eigentlich minus 10 Grad die Grenze des Erträglichen. Und jetzt 15 mal so kalt?! Das ist in etwa die Temperatur, die auf dem Mond herrscht. Ich will gar nicht darüber nachdenken. Dejan erklärt mir ausführlich, wie die Behandlung vor sich geht und was dabei mit meinem Körper passiert. Ich fühle mich in jedem Fall sehr gut aufgehoben und beraten. Die Professionalität ist für mich in diesem Fall auch sehr wichtig. Wenn der eigene Körper extremer Kälte ausgesetzt wird, will man sich in den Händen eines Profis wissen.

Was passiert mit meinem Körper bei minus 155 Grad?

Der extreme Kältereiz in der Kältekabine zwingt den Körper dazu, seine Komfortzone zu verlassen, um die Temperaturdifferenz zu kompensieren. Unser Körper ist darauf programmiert, eine konstante Körpertemperatur zu halten, die im gesunden Zustand um die 36 und 37 Grad Celsius liegt. Wird die Körpertemperatur zum Beispiel durch Fieber oder äußere Einflüsse wie Kälte aus dem Gleichgewicht gebracht, springt sofort unser Stoffwechsel an, um den Temperaturunterschied auszugleichen, und den Körper sozusagen wieder zurück auf Betriebstemperatur zu bringen. Die Kompensations- oder auch "After Burn"-Phase nach einer Behandlung in der Kältekammer kann bis zu sechs Stunden andauern. In dieser Zeit arbeitet der Stoffwechsel auf Hochtouren und die Fettverbrennung setzt ein. Natürlich ersetzt die Kältekammer kein Kraft- oder Ausdauertraining. Wer bei der Ernährung nicht aufpasst, den wird die Kältekammer alleine nicht schlank machen. Aber bei regelmäßiger Anwendung und dem entsprechenden gesunden Lebensstil, hat die Behandlung einen signifikanten Effekt auf Fettverbrennung und allgemeines Wohlbefinden, erklärt mir Dejan. Na dann, los geht’s! Auf zu einem kurzen Ausflug auf den Mond –  allerdings ohne Raumanzug.

Frieren für die schlanke Linie: So fühlen sich Minus 155 Grad an!

In Unterwäsche und an meinen Füßen Lammfellpuschen geht es auf in die Kammer, in die in Form von flüssigem Stickstoff in wenigen Minuten die Kälte Einzug hält. Während der Behandlung soll ich meine Hände auf Brusthöhe vor dem Körper kreuzen und mich langsam im Kreis drehen, erklärt mir Dejan. Die Minusgrade werden langsam gesteigert bis man kurz vor Ende der Behandlung bei 155 Grad Minus ankommt. Die Behandlung dauert insgesamt drei Minuten.

Vor Erfrierungen muss ich aufgrund der trockenen Kälte und der kurzen Zeit keine Angst haben, sagt mir Dejan. Ich habe trotzdem Bammel. Doch zu spät, es geht los! Der flüssige, dampfende Stickstoff wird in die Kabine geleitet. Ich fange an, mich langsam zu drehen und spüre erst mal nicht viel von der Kälte. So nach ungefähr einer Minute, wir sind knapp vor minus 100 Grad, fange ich an, die Kälte zu spüren. Das Drehen fällt schon ein wenig schwerer, es ist mehr ein Im-Kreis-tippeln. Nach zwei Minuten spüre ich die Kälte im ganzen Körper und es fällt mir wirklich schwer mich weiter zu drehen. Ich zittere allerdings nicht, es fühlt sich nur alles irgendwie unglaublich kalt an. Ich frage Dejan, wie lange ich noch habe. Er meint: "30 Sekunden, das schaffst du!" Die 30 Sekunden dauern gefühlt doppelt so lange, aber dann habe ich es tatsächlich geschafft! Tür auf, raus aus der Kabine, raus aus der Kälte!  Ich verspüre ein unglaubliches Glücksgefühl und muss die ganze Zeit lachen! "Das ist total normal", erklärt Dejan. Nach der Behandlung schüttet der Körper jede Menge Endorphine aus und sorgt für den Glücksrausch. Daher wird die Kältetherapie übrigens auch bei Depressionen und Burnout angewendet.

Abnehmen in der Kältekammer: das Fazit

Nach der Behandlung ist das Kältegefühl relativ schnell verflogen und ich fühle mich frisch, erholt und voller Energie. Die Hitze draußen – es sind annähernd 30 Grad – macht mir rein gar nichts aus. Bis zu vier Stunden nach der Schockfrostung sollte ich erst mal nichts essen, damit der After-Burn-Effekt möglichst lang erhalten bleibt. 

Költekammer Cyrosizer

Die Kältekammer: Hier passiert's!

Das ist auch einfach durchzuhalten, da man noch lange danach ein gutes Körpergefühl hat und dieses auch noch so lange wie möglich beibehalten möchte. Mein Fazit: Für das allgemeine Befinden ist die Kältekammer eine wahre Wohltat. Eine kleine Dreiminuten-Auszeit, die wie ein erholsames Nickerchen wirkt, nach dem man wieder voll energiegeladen durchstarten kann. Zum Abnehmeffekt kann ich noch nicht viel sagen, da ich für die ersten Erfolge mindestens zwei Wochen lang zwei bis drei Mal die Woche in die Kältekammer sollte. Dejan erzählt mir von einem Koch, der seit sechs Wochen zu ihm kommt und Dank Ernährungsumstellung und Cryosizer schon ganze neun Kilo verloren hat. Ich bin in jedem Fall seit Neuestem Fan von Kälte und werde dem Studio noch öfter einen Besuch abstatten.

Weitere Infos: cryosizer.com

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11.08.2016 17:32
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