Kohlsuppendiät zum Abnehmen: Mit Kohl zur Traumfigur?

Dienstag, 10.11.2015

Kohl in Hülle und Fülle und das den lieben langen Tag: Die Kohlsuppendiät erfreut sich auch nach Jahrzehnten großer Popularität. Ohne Selbstgeißelung durch eine Hungerkur seine überschüssigen Kilos verlieren, das klingt verlockend. Aber ist es wirklich so einfach? Wir nehmen die Kohlsuppendiät einmal genauer unter die Lupe.

Bei der Kohlsuppendiät ist der Name Programm: Wer mit dieser Abnehmmethode Gewicht verlieren will, der darf den ganzen Tag über so viel Kohl essen, wie er will (oder kann). Die Diät, in den 70er Jahren in den USA als "Magic Soup" bekannt geworden, erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit – immerhin lassen sich auf diese Weise angeblich bis zu fünf Kilo pro Woche abnehmen.

Kohlsuppendiät – so funktioniert die Abspeckmethode

Damit erst gar kein Hungergefühl aufkommt, dürfen Diätjünger sich bei diesem Abnehmprogramm nach Belieben an der Kohlsuppe satt essen. Das Original-Rezept für die Suppe besteht aus fünf Litern Gemüsebrühe, in denen ein Weißkohl, ein Kilogramm Möhren, zwei Paprikaschoten, eine Stange Sellerie, acht geschälte Tomaten, sechs Zwiebeln und nach Belieben Kräuter, Chili und Kümmel zubereitet werden. Salz ist gestrichen. Von der Getränkekarte werden außerdem zuckerhaltige Getränke und Kaffee verbannt.

Distanzierung von der Monodiät

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Viele Buchautoren und Befürworter der Diät entfernen sich aber mittlerweile davon, den Kohl als einzigen Nahrungsbestandteil der Diät (Monodiät) zu benennen und reichern die Diät mit Obst und einer geringen Menge eiweißhaltiger und kohlehydratreicher Kost an. Demnach steht am ersten Tag der Kohlsuppendiät auch Obst – mit Ausnahme von Honigmelone und Banane – auf dem Speiseplan, am zweiten Tag dürfen die Kohlsuppen-Mahlzeiten um rohes Gemüse – abgesehen von Mais und Erbsen – sowie Pellkartoffeln mit zwei Esslöffeln Magerquark ergänzt werden. Für Tag 3 sind neben Kohlsuppe auch Obst und Gemüse vorgesehen, der Ernährungsplan für Tag 4 sieht drei Bananen sowie 250 Milliliter fettarmen Joghurt oder Magermilch vor. Am fünften Tag darf mal wieder Proteinreiches auf den Teller – und zwar in Form von 250 Gramm Fisch oder magerem Fleisch, dazu gibt es sechs rohe Tomaten. Am sechsten Tag sollen mageres Steak, Salat ohne Dressing und grünes Gemüse verzehrt werden. An Tag 7 gibt es neben der obligatorischen Kohlsuppe Gemüse, Vollkornreis und 250 Milliliter frisch gepressten Orangensaft. Wer dann sein Wunschgewicht noch nicht erreicht hat, kann in eine weitere Diätwoche starten.

Die Idee hinter der Kohlsuppendiät: Kohl als Fatburner

Das Prinzip hinter der Kohlsuppendiät ist einfach: Weil Kohl kaum Kalorien hat und den größten Anteil der Mahlzeiten ausmacht, nimmt man automatisch ab. Eine weitere Erklärung, warum die Kilos nur so purzeln, lautet: Der schwer verdauliche Kohl fungiert als Fatburner, denn angeblich kostet es den Körper mehr Energie, die Nahrung zu verdauen, als sie tatsächlich selbst beinhaltet. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von negativen Kalorien. Ernährungsexperten bezweifeln allerdings diese Fatburner-Theorie. Vielmehr gehen sie davon aus, dass der Körper in Ermangelung an Kalorien seine Kohlenhydratspeicher anzapft, wodurch der Abnehmwillige weniger das ungeliebte Fett, als vielmehr Wasser und Muskelmasse verliert.

Vorteile der Kohlsuppendiät

  • Grundsätzlich ist Kohl gesund, weil er reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Experten vermuten sogar, dass die in dem Gemüse enthaltenen Pflanzenstoffe krebsvorbeugend wirken
  • Schnelle Gewichtsreduktion – Diätwillige nehmen bis zu fünf Kilo in der Woche ab
  • Anders als etwa die Atkins-Diät, ist dieses Abspeckprogramm auch für Vegetarier geeignet
  • Die Kohlsuppendiät lässt sich relativ einfach im Alltag umsetzen. Wer nicht immer frisch kochen möchte, kann auf Vorrat kochen oder auf Konserven zurückgreifen

Nachteile der Methode zum Abnehmen

  • Besonders bei einer Monodiät führt die hochgradig einseitige Ernährungsweise zu Mangelerscheinungen – durch die fehlende Eiweiß-Zufuhr baut der Körper Muskelmasse ab. Ernährungsexperten raten dringend davon ab
  • Wie bei jeder Crash-Diät ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert
  • Viele vertragen den Kohl nicht und neigen zu Blähungen
  • Es erfordert viel Disziplin, die Kohlsuppendiät durchzuhalten. Zwar gibt es zahlreiche Rezepte, mit Hilfe derer die Kohlsuppe verfeinert werden kann, doch tröstet das meist irgendwann nicht mehr über den dominanten und doch eintönigen Geschmack und Geruch hinweg

Kohlsuppen-Fazit

Zwar purzeln durch die Kohlsuppendiät schnell die Kilos, doch droht schnell der gefürchtete Jojo-Effekt, sobald die Ernährung wieder umgestellt wird. Ernährungsexperten raten zudem generell von einer einseitigen Ernährungsweise ab, da Mangelerscheinungen auftreten können. Wer also dauerhaft schlanker werden will, sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten und Sport treiben.

Text: Mareike Freier

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Diät-Check: Die Kohlsuppendiät

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10.11.2015 17:31
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