Modetrends - Wer hat's erfunden?
Mode, im weitesten Sinne, existiert seit es die Menschheit überhaupt gibt. Schon die Neandertaler hatten ein - zugegebenermaßen sehr eigenes - Modeempfinden. Sie trugen nicht nur Felle, sondern schmückten sich mit selbst hergestellten Ketten aus Pflanzenfasern, Steinen oder Knochen. Die Stärkeren trugen die schöneren Felle und den kostbareren Schmuck.
Diese Idee entwickelte sich immer weiter. Im frühen Mittelalter hatte jeder Stand und jede soziale Schicht, ja sogar jede Handwerkszunft, ihren eigenen Kleidungsstil. Bekleidung diente nicht etwa nur dem Schutz vor Witterung und Schmutz, sie war ein Erkennungsmerkmal und Symbol für die jeweiligen Lebensumstände und die Zugehörigkeit. Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Modeempfinden immer wichtiger. Generell galt: was am Hofe getragen wurde, war modern. Nicht mehr nur der Adel trug den Kleidungsstil, auch das Bürgertum versuchte sich nach dem höfischen Vorbild zu kleiden.
Im 18. Jahrhundert wurde das Bürgertum tonangebend. Man kleidete sich bequemer und erwartete mehr Bewegungsfreiheit. Der Geist der Revolution, der von Frankreich aus europaweit nahezu die ganze Welt erfasste, verbreitete auch ein neues, schlichteres Modeempfinden. Dies ging nur kurze Zeit später wieder fast gänzlich verloren. Rokkoko setzte sich durch und die höfische Mode wurde wieder entdeckt. Man unterschied erneut stark zwischen Adel und Bürgerlichkeit.
Erst im 20. Jahrhundert war Mode wieder für jeden ein wichtiger Begriff. Besonders für Frauen galt es, sich der Mode entsprechend zu kleiden. Die Idee des Feminismus führte zu einem größeren, modischen Angebot. Frauen trugen Hosen, betrieben Sport und verdienten ihr eigenes Geld. Für diese Anlässe benötigten sie auch jeweils passende Kleidung. Die "goldenen" 20er-Jahre waren das Jahrzehnt der Modebegeisterung.
Durch die Folgen des Krieges verlagerte sich der Schwerpunkt von modischem Bekleidungsempfinden auf praktische und preisgünstige Kleidung. Erst mit der wirtschaftlichen Genesung trat Mode wieder in den Vordergrund. Das Aufkommen der Film- und Musikindustrie pushte dies enorm. Man versuchte sich seinen Vorbildern entsprechend zu kleiden. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde Gruppenzugehörigkeit wieder ein sehr wichtiges Thema.
Man zeigte sich ganz bewusst durch die Kleidung als Mitglied einer Bewegung.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden Trends immer schnelllebiger. Vor allem durch die Globalisierung kann man auf ein großes Repertoir an Bekleidung zurück greifen. Mittlerweile wechselt die Mode nahezu Vierteljährlich. Man kann sich die Trends heraus picken, die zur eigenen Person passen und den eigenen Typ unterstreichen. Es ist nicht unbedingt einfacher, aus einer Fülle von Möglichkeiten zu schöpfen, getreu dem Motto "Wer die Wahl hat, hat die Qual", aber man ist sein eigener Designer und kann sich so von der Masse abheben oder mit schwimmen. Ganz so, wie man sich gerade fühlt. Mode ist nicht mehr vorgeschrieben, sie ist emotional.































