Lacroix Haute Couture Herbst 2009
Lacroixs letzte Chance
Das könnte es gewesen sein: das Mode-Urgestein Christian Lacroix hat Insolvenz angemeldet. Selbst die jetzt in Paris gezeigte Kollektion ist nur durch die Loyalität zahlreicher Lieferanten, privater Spender und Mitarbeiter zustande gekommen. Die einzigen, die bezahlt wurden, waren die Models: 50 Euro bekam jede, so schreibt es das französische Gesetz vor.
Auf kostbare Stoffe und aufwändige Verarbeitung musste Lacroix verzichten, nur das Brautkleid erstrahlte als dramatisches Statement in gewohnter Lacroix-Pracht. "Ich möchte nicht weinen", sagte Lacroix, inmitten des Beifall-klatschenden Publikums. "Ich möchte weitermachen, vielleicht auf andere Art und Weise, mit einem kleineren Atelier. Um was ich mir wirklich Sorgen machen, sind die Frauen, die diese Arbeit machen."
Die Arbeit, die seine Mitarbeiter für seine Haute-Couture-Kollektion leisteten, war tatsächlich überwältigend: so tragbar, schlicht und doch einzigartig war noch keine Kollektion davor - damit hat sich der Designer eine ganz neue Käuferschicht eröffnet. Die Online-Ausgabe vom "Women’s-Wear-Daily-Magazine" stellte sogar Überlegungen an, dass Lacroix sich nicht mit Konkurs-Problemen herumschlagen müsste, wenn er schon früher in dieser Stimmung gewesen wäre.
Lacroix ist eines der letzten Modehäuser, die ausschließlich auf Mode setzen - und nicht wie Chanel & Co. die vergleichsweise geringen Umsätze durch Mode mit Beauty-Produkten und Accessoires ausgleichen. Ob diese letzte, so überzeugende Kollektion diesen Mangel ausgleichen kann, bleibt abzuwarten.
Die Christian-Lacroix-Haute-Couture-Kollektion für Frühling/Sommer 2009
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Haute Couture 2009, Paris, DesignerKommentare

Die Christian Lacroix-Kollektion für die kommende Herbst-/Winter-Saison ist wahrscheinlich die letzte des Traditionshauses.
Foto: AFP













