Wer hat's erfunden: Haarspray

Das flüssige Haarnetz

Den perfekten Halt verdanken wir einer kleinen Laus, einem deutschen Chemiker und einem Amerikaner Namens Abplanalp.

Über kaum ein anderes Beauty-Produkt kursieren so viele Horror-Meldungen wie über Haarspray: Es soll die Lunge angreifen, Haarausfall verursachen und die Haarstruktur dauerhaft schädigen - um nur einige zu nennen. Trotzdem ist die Sprühdose mit dem Flüssighaarnetz bis heute das beliebteste Stylingprodukt um Turm-, Föhn- und Kunstfrisuren einen ganzen Abend lang haltbar zu machen. Doch wem haben wir das Wunderwerk aus der Beautywelt zu verdanken?

Zwei Männer für perfekten Halt


Die Haarmode der 30er Jahre war extravagant: Die tief im Nacken sitzende Riesenlocke mit Namen Olympiarolle und der Bob-Schnitt Page-Boy verlangten ein Höchstmaß an Sitz und perfektem Halt. Ausgerechnet ein Mann kümmerte sich darum, dass die mühsam gerollte und perfekt gekämmte Haarpracht der Damen nicht mehr verrutschen konnte. Genauer gesagt, waren es sogar zwei Männer. Der erste war der deutsche Hans Schwarzkopf, seines Zeichens Chemiker mit Erfindergeist und Besitzer einer kleinen Drogerie in Berlin. Bereits 1937 brachte er den damals innovativen "Schwarzkopf Glanzlack" auf den Markt. Das Fixativ bestand hauptsächlich aus alkoholisch gelöstem Schellack, eine harzige Substanz, die aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wurde. Der Glanzlack wurde in kleine Fläschchen mit Gummiball-Zerstäuber gefüllt und großzügig auf die fertige Frisur gesprüht. Das Problem: Der Sprühkopf war noch nicht fein genug, die Frisur verklebte und war hart wie ein Brett.

Die Geburtsstunde des Haarsprays

Die Idee des Amerikaners Robert Abplanalp brachte die Lösung. Er erfand 1953 das erste billig produzierbare Sprühventil, das sogenannte "Ein-Zoll-Ventil". Die Entwicklung dieses Feinzerstäuber war nicht nur der Beginn der Aerosoldose, sondern auch die Geburtstunde des Haarsprays, wie Millionen Frauen es bis heute lieben. Das erste Spray kam 1955 auf den Markt und bestand immer noch zu großen Teilen aus Schellack. Zusätzlich wurden Moschus, verschiedene Öle zur Parfümierung und - damals noch - FCKW als Treibgas in die Dose gefüllt. Mittlerweile wurde das umweltschädliche FCKW durch ein Propan-Butangemisch ersetzt.

Früher wurde das Haar getaftet


In Europa griff Schwarzkopf die Technik sofort auf und entwickelte noch im gleichen Jahr das erste Haarspray auf Aerosolbasis für Europa. Der Name "Taft" sollte an den glänzenden Stoff aus der Modewelt erinnern und an das Sprühgeräusch "Pffft" angelehnt sein. Das Beauty-Produkt war ein echter Prototyp auf dem Haarpflegemarkt und "taften" wurde zum geflügelten Wort, bis es, Jahre später, vom englischen "sprayen" abgelöst wurde.

Das Produkt wurde im Laufe der Jahre oft kritisiert und erlebt doch eine Renaissance nach der anderen: Zu Beginn waren vor allem Elvistolle und der Look von Hollywoodstars wie Grace Kelly - fixiert mit tonnenweise Spray - die Vorbilder in Sachen Frisuren. In den 70er Jahren waren es die Punks und in den 80er Jahren die Haarspray-Rocker die dem Produkt, trotz Zweifeln an Umweltverträglichkeit, zu Ruhm verhalfen. Mittlerweile werben Stars wie Heidi Klum, Claudia Schiffer und Penelope Cruz für Halt und Glanz aus der Dose und Teenie-Idol Bill Kaulitz, Sänger der Band Tokio Hiotel, hilft mit seiner Emo-Punk-Frisur sicher auch den Umsatz anzukurbeln.

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01.01.2009 - 10:59

 


Tags:
Haare, wer hat's erfunden
   
     

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Haarspray: Von der Laus zum Lieblingsprodukt für perfekten Halt - Foto: iStockphoto

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