Ohne Schamhaare heimatlos – Sterben Filzläuse aus?

Dienstag, 03.06.2014

Während sich immer mehr Menschen ihre Schamhaare ganz oder teilweise entfernen, nehmen die Infektionen mit Filzläusen ab. Besteht hier tatsächlich ein Zusammenhang?

Filzläuse sind möglicherweise vom Aussterben bedroht. Schuld daran könnte die heutige Einstellung zu Schamhaaren sein, wie Forscher jetzt herausfanden. Dazu analysierten sie knapp 4.000 Fälle von Infektionen mit Filzläusen, die in den vergangenen zehn Jahren aufgetreten waren. Sie schickten allen Patienten einen Fragebogen, der Auskunft darüber geben sollte, ob und wie sie sich die Schamhaare entfernt hatten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal "Sexually Transmitted Diseases".



Schamhaare unerwünscht

Dabei entdeckten die Wissenschaftler zunächst einen eindeutigen Trend: Die Entfernung von Schamhaaren wird immer beliebter. Waren es 2003 nur 33 Prozent, die zu Rasierer, Epilierer und Co. griffen, stieg die Rate bis 2013 auf mehr als 87 Prozent. Außerdem konnten sie beobachten, dass die komplette sowie die teilweise Haarentfernung am deutlichsten Anstieg. Der Anteil von Probanden, die ihre Schamhaare unberührt ließen, sank hingegen drastisch ab. Das Trimmen der Intimbehaarung wiederum hat sich seit 2003 offenbar auf einem gleichbleibenden Level eingepegelt.

Bei der Anzahl der Infektionen mit Filzläusen zeigt sich ein ganz anderes Bild. Traten sie 2003 noch bei 1,8 Prozent der Patienten auf, so waren es zehn Jahre später nur noch 0,07 Prozent – ein eindeutiger Abwärtstrend. Dass diese Zahlen durchaus in Zusammenhang mit der zunehmenden Entfernung der Schamhaare stehen könnten, beweist ein weiterer Wert, den die Forscher ermittelten: Von den Patienten, die von Filzläusen befallen worden waren, hatten mehr als 94 Prozent ihre komplette Schamhaarpracht stehen lassen und auf diese Weise einen idealen Lebensraum für die kleinen Parasiten geschaffen.



Filzläuse ade?

Obwohl die winzigen Parasiten auch beim Sex "übertragen" werden können, zählen sie nicht direkt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie wechseln lediglich den Wirt. Außer in den Schamhaaren können sich Filzläuse auch in benutzten Textilien wie Handtüchern, Bettwäsche oder Kleidung befinden. Egal, woher sie stammen – die kleinen Biester sind ausgesprochen unangenehm. Da hilft nur der Gang zum Arzt, der Ihnen wahrscheinlich eine spezielle Creme verschreiben wird. Doch glaubt man den Forschern, müssen wir uns vielleicht gar nicht mehr lange mit diesen lästigen Parasiten auseinandersetzen.

Die Intimrasur steht bei den meisten Deutschen hoch im Kurs. Mehr als zwei Drittel der Frauen enthaaren ihre Bikinizone.

Ob mit Hilfe von Nassrasur oder Epilation - die Mehrheit der Deutschen enthaart sich im Intimbereich.

 

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