Haarentfernung als Thema in der Kunst: Achselhaar-Fotografie

Dienstag, 08.07.2014

Nicht nur in der Beauty-Industrie bleibt Haarentfernung gerade im Sommer ein Dauerthema, auch die Kunst befasst sich mittlerweile mit den Trends der Scham- und Achselbehaarung.

Das Thema Haarentfernung hat spätestens seit den 1990ern so große kulturelle Bedeutung, dass die Frage "Haare oder nicht" sowie die Wahl der zu enthaarenden Körperstellen inzwischen auch Einzug in die bildende Kunst gefunden haben. So hat der Unternehmer und Kunstsammler Michael Horbach bereits 1995 eine Sammlung künstlerischer Fotografie zusammengestellt, die sich unter dem Titel "Die andere Seite der Schönheit" mit der menschlichen Achselbehaarung auseinandersetzt. Zuletzt war eine Auswahl der haarigen Fotosammlung im Juni dieses Jahres im "Raum für Kunst" in Basel zu sehen.

Kunstfotografie ohne Haarentfernung

Beine

Die Sammlung von Aktfotografien, die Michael Horbach bereits 1995 im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausstellte, trägt den schlichten Titel "Achselhaare". Es handelt sich um 200 Arbeiten von Foto-Künstlern, die sich allesamt mit dem nackten menschlichen Körper und dessen Behaarung beschäftigen. Unter den Aufnahmen von Frauen- und Männerakten sind auch Werke von großen Namen der modernen Fotografie zu finden, zum Beispiel Aktfoto-Legende Helmut Newton oder der Dalí-Kollege Man Ray.

"Es sind aber gerade diese weiblichen Attribute, besonders die Achselhaare, die für Michael Horbach für eine ungezügelte Sinnlichkeit stehen", heißt es im Einladungstext zur Baseler Schau der Fotosammlung über das Sammlungskonzept. Der Pressetext behauptet gar, dass der Sammler das vom Verschwinden bedrohte Achselhaar des Menschen für das Zeitalter der Haarentfernung konservieren wolle.

Körperbilder im Wandel

Michael Hornbachs Sammlung künstlerischer Aktfotografien aus dem 20. Jahrhundert demonstriert, wie sehr Schönheitsideale und Körperbilder dem Wandel des Schönheitsempfindens unterworfen sind. Präsentieren die nackten Modelle auf den von Man Ray oder Edward Weston in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgenommenen Bildern noch ungeniert ihr buschiges Achselhaar, scheint im frühen 21. Jahrhundert das Zeitalter der Haarentfernung angebrochen. Schließlich können Stars wie Madonna heutzutage bereits mit einer Aufnahme ihrer unrasierten Achsel provozieren. Mit ihrem Titel "Die andere Seite der Schönheit" hat die Baseler Ausstellung der Sammlung darauf hingewiesen, dass die menschlichen Körperhaare vor gar nicht allzu langer Zeit fröhlich vor sich hin sprossen – und dabei sogar als höchst ästhetisch empfunden wurden.

Haarentfernung ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Ein Fotograf hat dieses Thema aufgegriffen und zu einer Ausstellung gemacht.

Haarentfernung ist ein Teil unserer Kultur. Wie wichtig das Thema geworden ist, behandelt ein Fotograf in seiner Ausstellung.

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