Romano Ricci und Juliette has a Gun – Der Frauenversteher

Donnerstag, 01.10.2009

Romano Ricci kann einfach besser mit Frauen. Der Kopf hinter dem Kultlabel 'Juliette has a Gun' outet sich im Interview als Womanizer und erzählt, warum sein neues Parfum so maskulin geworden ist.

Calamity J ist der vierte Duft des kleinen Kultlabels 'Juliette has a Gun'. Während die ersten drei Düfte - Lady Vengeance, Miss Charming und Citizen Queen - Rosendüfte sind, basiert der neue Duft Calamity J auf hölzernen Noten und kommt sehr maskulin rüber. Und genau das ist die Idee von Romano Ricci, dem kreativen Kopf hinter der Marke: Mit einem maskulinen Duft für Frauen wollte er den traditionellen Parfum-Stereotypen entfliehen.

Bei der Namensgebung hat sich der Mann, der gerne Hut trägt, von der Wildwest-Figur Calamity Jane inspirieren lassen - die perfekte Ikone, um das Konzept zu illustrieren. Seine Calamity Juliette bricht gängige Regeln und drückt sich über den Duft aus.

Riccis Urgroßmutter ist Nina Ricci, die Gründerin des Nina-Ricci-Modehauses und Duft-Königin (L’Air du temps), sein Großvater der berühmte Parfümeur Robert Ricci. Die feine Nase scheint ihm in die Wiege gelegt worden zu sein, auch wenn, wie er uns im Interview erklärt, sein Großvater mit seinem Konzept nicht einverstanden wäre.

Mit fem.com hat der smarte Italiener außerdem über seinen Ruf als Dandy und Womanizer gesprochen und warum er ein Frauenversteher geworden ist.

Haben Sie Duft-Groupies?

Was im Netz so über 'Juliette has a Gun' steht ist toll und es gibt eine große Community, die uns unterstützt. Ich hänge mich da gar nicht so rein, das meiste passiert über Mund-zu-Mund-Propaganda - das gefällt mir. Aber wirkliche Groupies habe ich nicht.

Googeln Sie sich selbst?

Nur die Marke - natürlich. (lacht)



In den Medien werden Sie häufig als Dandy oder Womanizer dargestellt.

Ich denke, ich bin authentischer, wenn ich mit Frauen spreche oder diskutiere. Ich bin sehr sensibel und fühle mich von ästhetischen Dingen angezogen - das ist ja auch ein großer Teil von dem was ich tue und was ich entwickle. Die Idee eines "Dandys" trifft es also schon ganz gut. Aber Womanizer, was bedeutet das? (grinst schelmisch)

Man könnte auch sagen: Frauenversteher.

Das stimmt. Ich habe immer zwischen vielen Frauen gelebt - meinen Schwestern und meiner Mutter, dazu ein Vater, der nie da war - da lernt man jede Menge über die schwierige und doch so einfache Beziehung zwischen Frauen und Männern.

Welche Rolle spielt dabei der Duft?
Der Duft ist die Verführung zwischen Männern und Frauen. Es ist ein Klischee, aber ich schlage mit meinen Düften unterschiedliche Möglichkeiten vor, sich im Verführungs-Spiel zu präsentieren. Verführung steht immer im Mittelpunkt einer Beziehung, auch noch nach vielen Jahren. Sonst wird es langweilig. Das Spiel hat verschiedene Rollen, es ist ein Mix aus Persönlichkeit und der Art, wie man es spielen will. Hier kommen Düfte ins Spiel: Sie bringen die Rolle zum Leuchten, die man ausdrücken will - glamourös, wild, romantisch oder eben maskulin.

Welche Art von Duft muss Ihre perfekte Frau tragen?

Alle - alle sind Fantasien von mir. Ich liebe das Dezente und Zerbrechliche genauso wie das Verrückte, Glamouröse, Maskuline oder Wilde. Ich würde nichts kreieren, von dem ich nicht selbst inspiriert bin.



Erst ist da also die Idee von einer Rolle, bevor Sie ein neues Parfum kreieren?

Ja, alles beginnt mit der Idee, was man ausdrücken will. Daraus entwickle ich den Duft, den Namen und die Verpackung. Bei Düften ist es dasselbe wie mit Make-Up oder Kleidung. Allerdings noch mächtiger, weil sie stärker im Gedächtnis bleiben. Nur weil Düfte unsichtbar sind, heißt es nicht, dass der Eindruck davon nicht ins Gesamtbild einfließt und uns nicht beeinflusst. Damit spiele ich gerne - es ist ein bisschen teuflisch.

Stört es Sie, dass Sie immer auf Ihre berühmte Familie angesprochen werden?

Nein, ich habe ja meinen eigenen Weg gemacht. Es hat mir natürlich auf eine Art Türen geöffnet und gewisse Leute hören mir eher zu. Oft wird aber auch gesagt: "Es ist doch einfach für ihn" - aber das stimmt nicht, es ist viel Arbeit, eine Marke zu entwickeln. Und die Marke 'Juliette has a Gun' steht für sich. Meine Familie und ich sind nur eine kleine Anekdote im Hintergrund. Meine Eltern waren zum Beispiel gar nicht im Parfum-Geschäft. Meine Großeltern müssen aber irgendwas an mich weitergegeben haben, weil ich einen sehr starken Drang habe, über Düfte die Dinge auszudrücken, die ich fühle.  



Was würde Ihr Großvater über 'Juliette has a Gun' sagen?

Ich glaube nicht, dass er es mögen würde. Er hatte ein sehr romantisches und feminines Frauenbild. Für ihn waren Frauen 15-jährige Jungfrauen und sehr unschuldig. Er würde wahrscheinlich sagen: "Du solltest die Distribution vergrößern" und "was ist eigentlich mit dieser Kanone? Lass das sein und bleib bei 'Juliette' aus Shakespeare".

Wie geht es mit 'Juliette has a Gun' weiter?

Solange ich Spaß daran habe, werde ich die Marke weiter entwickeln. Es ist sehr viel Arbeit und es gibt viele Möglichkeiten: Man kann zum Beispiel Make-Up oder Mode machen. Außerdem habe ich zu Beginn fünf Düfte angekündigt. Einer fehlt also noch.

Beauty-Redakteurin Kathrin Büchs durfte den Mann unter dem Hut in München treffen.

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